fiktiver ÜbungsfallPflegeprozessReflexion
Frau Weber, 82, lebt seit zwei Jahren in einer stationären Pflegeeinrichtung. Sie hat eine ausgeprägte Gonarthrose, eine Herzinsuffizienz und eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Heute Morgen wirkt sie müder als sonst. Beim Aufstehen sagt sie, ihr sei schwindelig. Die Knöchel sind stärker geschwollen. Sie möchte trotzdem selbst zum Bad gehen. Mit Rollator kann sie kurze Strecken zurücklegen. Sie trägt eine Brille und hört mit Hörgerät gut. Sie kann Wünsche klar äußern und legt Wert darauf, möglichst viel selbst zu machen.
P: Unsichere Mobilität mit erhöhtem Sturzrisiko.
Ä: aktueller Schwindel, Gonarthrose, eingeschränkte Belastbarkeit.
S: Schwindel beim Aufstehen, verlangsamte Bewegung, Bedarf an Rollator.
R: Frau Weber kann Anweisungen verstehen, nutzt ihren Rollator und möchte aktiv mitarbeiten.
Ziel: Frau Weber erreicht Bad und Sitzplatz mit geeigneter Unterstützung ohne Sturz oder Beinahe-Sturz.
Maßnahmen: Lagewechsel langsam gestalten; vor Mobilisation Schwindel und Kreislauf einschätzen; Rollator und rutschfeste Schuhe bereitstellen; nur so viel Hilfe geben wie nötig; bei anhaltendem oder zunehmendem Schwindel Mobilisation stoppen und Veränderung weitergeben.
P: Zunehmende periphere Ödeme mit möglicher Verschlechterung des Flüssigkeitshaushalts.
Ä: bekannte Herzinsuffizienz.
S: stärkere Knöchelödeme, Müdigkeit; im Fall keine akute schwere Atemnot beschrieben.
R: Frau Weber kann Beschwerden mitteilen.
Ziel: Veränderungen werden vollständig erfasst und bei Verschlechterung zeitnah weitergegeben.
Maßnahmen: Atemnot, Atemfrequenz, Kreislauf, Ödeme und ggf. Gewicht im Verlauf nach Standard beobachten; Ausscheidung und Flüssigkeitsvorgaben beachten; verordnete Therapie sicher durchführen; neue Atemnot, deutliche Kreislaufprobleme oder rasche Verschlechterung sofort eskalieren.
P: Teilweiser Unterstützungsbedarf bei Körperpflege und Ankleiden.
Ä: eingeschränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit.
S: Hilfe bei längeren oder schmerzhaften Bewegungsabläufen nötig.
R: Frau Weber kann Gesicht und Oberkörper selbst pflegen, Entscheidungen treffen und Hilfsmittel nutzen.
Ziel: Frau Weber übernimmt die von ihr sicher leistbaren Schritte selbst und erhält gezielte Unterstützung nur dort, wo sie nötig ist.
Maßnahmen: Reihenfolge gemeinsam absprechen; Materialien erreichbar vorbereiten; Pausen zulassen; Selbstständigkeit fördern; Schmerz und Erschöpfung beobachten; Hilfe dosiert anpassen.
Warum hast du nicht sofort mit der Körperpflege begonnen?
Weil der neue Schwindel zuerst sicherheitsrelevant war. Ich musste prüfen, ob eine Mobilisation vertretbar ist.
Warum hast du nicht alles übernommen?
Frau Weber hat nutzbare Ressourcen und möchte selbstständig bleiben. Unterstützung sollte den tatsächlichen Bedarf ergänzen, nicht vorhandene Fähigkeiten ersetzen.
Was würdest du bei neuer Atemnot ändern?
Routinehandlungen unterbrechen, Atmung und Kreislauf strukturiert einschätzen, eine atemerleichternde Position unterstützen und je nach Schweregrad sofort Hilfe organisieren.
Die kostenlose Probe zeigt einen vollständigen Fall. Das Examenspaket ergänzt weitere Fälle, Fallbearbeitung, Pflegeplanung, Priorisierung, Prüfungsvorbereitung und die PDFs Band 2 und Band 3 zum Behalten.
Fachlicher Stand: 01.10.2026. Lernmaterial zur Prüfungsvorbereitung, keine Handlungsanweisung für reale Patientinnen oder Patienten.