Für Prüfungen reicht es selten, nur Namen auswendig zu lernen. Wichtiger ist: Welches Menschenbild steckt dahinter? Was ist das Ziel der Pflege? Welche Rolle hat die Pflegekraft? Wie beeinflusst das die Pflegeplanung?
Bedürfnis-/Aktivitätsorientierung
Krohwinkels Modell strukturiert Pflege anhand von Aktivitäten, Beziehungen und existenziellen Erfahrungen des Lebens. Der Blick richtet sich auf Fähigkeiten, Bedürfnisse, Probleme und Ressourcen.
Prüfungsnutzen: Informationen systematisch sammeln, Ressourcen sichtbar machen und Maßnahmen nicht nur defizitorientiert planen.
Selbstpflege
Orem fragt, was ein Mensch selbst für Gesundheit und Alltag leisten kann und wo ein Selbstpflegedefizit entsteht. Pflege gleicht dieses Defizit vollständig, teilweise oder unterstützend-anleitend aus.
Prüfungsnutzen: gut geeignet, um Selbstständigkeit und gezielte Unterstützung zu begründen.
KommunikationPsychiatrische Pflege
Peplau versteht Pflege als therapeutische zwischenmenschliche Beziehung. Klassisch werden Beziehungsphasen wie Orientierung, Identifikation/Nutzung und Ablösung beschrieben.
Prüfungsnutzen: professionelle Beziehung, Rollenklärung, Kommunikation und Grenzen begründen.
Bedürfnisse
Pflege unterstützt Menschen bei grundlegenden Aktivitäten und Bedürfnissen, die sie selbst ausführen würden, wenn ihnen Kraft, Wissen oder Wille nicht fehlten.
Prüfungsnutzen: hilft, Pflegebedarf breit zu erfassen und auf möglichst große Unabhängigkeit auszurichten.
Aktivitäten des Lebens
Das Modell beschreibt Aktivitäten des Lebens und betrachtet, wie biologische, psychologische, soziokulturelle, umgebungsbezogene und politisch-ökonomische Faktoren Selbstständigkeit beeinflussen.
Prüfungsnutzen: gute Struktur für Anamnese und Pflegeplanung, besonders wenn mehrere Lebensbereiche betroffen sind.
Anpassung
Der Mensch wird als anpassungsfähiges System gesehen. Pflege unterstützt eine möglichst gelingende Reaktion auf innere und äußere Reize.
Prüfungsnutzen: geeignet, um Veränderungen, Belastungen und Bewältigung systematisch zu betrachten.
Kultur
Leininger betont, dass Pflege kulturelle Werte, Lebensweisen und Bedeutungen berücksichtigen soll. Ziel ist eine kulturell passende und fachlich sichere Versorgung.
Prüfungsnutzen: wichtig bei Kommunikation, Ernährung, Familie, Religion, Scham, Rollenverständnis und Entscheidungsprozessen.
ganzheitlich
Rogers beschreibt den Menschen nicht als Summe einzelner Probleme, sondern als unteilbares Ganzes in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umwelt.
Prüfungsnutzen: weniger für konkrete Checklisten, eher zum Begründen eines ganzheitlichen Pflegeverständnisses.
Fall: Frau S. nach Schlaganfall kann den linken Arm kaum bewegen, möchte sich aber das Gesicht selbst waschen.
Orem: Welche Selbstpflege kann sie noch übernehmen, wo braucht sie Unterstützung?
Krohwinkel: Welche ABEDL sind betroffen, welche Ressourcen bestehen?
Peplau: Wie gestaltest du Beziehung und Kommunikation, damit Unterstützung nicht bevormundet?
Leininger: Welche kulturellen oder persönlichen Bedeutungen beeinflussen Körperpflege und Hilfeannahme?
Der neue interaktive Lernbereich enthält zu allen acht Modellen Menschenbild, Pflegeverständnis, Fallanwendung und Prüfungsnutzen, dazu einen direkten Modellvergleich, Pflegekonzepte und zehn automatisch ausgewertete Prüfungsfragen.
Stand: 01.10.2026. Lernmaterial zur Prüfungsvorbereitung. Für Definitionen und Detailfragen sind die jeweiligen Originalwerke und die Vorgaben deiner Schule maßgeblich.