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Pflegemodelle und Pflegetheorien

Für Prüfungen reicht es selten, nur Namen auswendig zu lernen. Wichtiger ist: Welches Menschenbild steckt dahinter? Was ist das Ziel der Pflege? Welche Rolle hat die Pflegekraft? Wie beeinflusst das die Pflegeplanung?

Krohwinkel – ABEDL

Bedürfnis-/Aktivitätsorientierung

Krohwinkels Modell strukturiert Pflege anhand von Aktivitäten, Beziehungen und existenziellen Erfahrungen des Lebens. Der Blick richtet sich auf Fähigkeiten, Bedürfnisse, Probleme und Ressourcen.

Prüfungsnutzen: Informationen systematisch sammeln, Ressourcen sichtbar machen und Maßnahmen nicht nur defizitorientiert planen.

Dorothea Orem – Selbstpflegedefizit

Selbstpflege

Orem fragt, was ein Mensch selbst für Gesundheit und Alltag leisten kann und wo ein Selbstpflegedefizit entsteht. Pflege gleicht dieses Defizit vollständig, teilweise oder unterstützend-anleitend aus.

Prüfungsnutzen: gut geeignet, um Selbstständigkeit und gezielte Unterstützung zu begründen.

Hildegard Peplau – Beziehungstheorie

KommunikationPsychiatrische Pflege

Peplau versteht Pflege als therapeutische zwischenmenschliche Beziehung. Klassisch werden Beziehungsphasen wie Orientierung, Identifikation/Nutzung und Ablösung beschrieben.

Prüfungsnutzen: professionelle Beziehung, Rollenklärung, Kommunikation und Grenzen begründen.

Virginia Henderson – 14 Grundbedürfnisse

Bedürfnisse

Pflege unterstützt Menschen bei grundlegenden Aktivitäten und Bedürfnissen, die sie selbst ausführen würden, wenn ihnen Kraft, Wissen oder Wille nicht fehlten.

Prüfungsnutzen: hilft, Pflegebedarf breit zu erfassen und auf möglichst große Unabhängigkeit auszurichten.

Roper–Logan–Tierney

Aktivitäten des Lebens

Das Modell beschreibt Aktivitäten des Lebens und betrachtet, wie biologische, psychologische, soziokulturelle, umgebungsbezogene und politisch-ökonomische Faktoren Selbstständigkeit beeinflussen.

Prüfungsnutzen: gute Struktur für Anamnese und Pflegeplanung, besonders wenn mehrere Lebensbereiche betroffen sind.

Callista Roy – Adaptationsmodell

Anpassung

Der Mensch wird als anpassungsfähiges System gesehen. Pflege unterstützt eine möglichst gelingende Reaktion auf innere und äußere Reize.

Prüfungsnutzen: geeignet, um Veränderungen, Belastungen und Bewältigung systematisch zu betrachten.

Madeleine Leininger – transkulturelle Pflege

Kultur

Leininger betont, dass Pflege kulturelle Werte, Lebensweisen und Bedeutungen berücksichtigen soll. Ziel ist eine kulturell passende und fachlich sichere Versorgung.

Prüfungsnutzen: wichtig bei Kommunikation, Ernährung, Familie, Religion, Scham, Rollenverständnis und Entscheidungsprozessen.

Martha Rogers – Science of Unitary Human Beings

ganzheitlich

Rogers beschreibt den Menschen nicht als Summe einzelner Probleme, sondern als unteilbares Ganzes in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umwelt.

Prüfungsnutzen: weniger für konkrete Checklisten, eher zum Begründen eines ganzheitlichen Pflegeverständnisses.

Modelle, Theorien und Konzepte nicht verwechseln

Prüfungsvergleich in einem Fall

Fall: Frau S. nach Schlaganfall kann den linken Arm kaum bewegen, möchte sich aber das Gesicht selbst waschen.

Orem: Welche Selbstpflege kann sie noch übernehmen, wo braucht sie Unterstützung?

Krohwinkel: Welche ABEDL sind betroffen, welche Ressourcen bestehen?

Peplau: Wie gestaltest du Beziehung und Kommunikation, damit Unterstützung nicht bevormundet?

Leininger: Welche kulturellen oder persönlichen Bedeutungen beeinflussen Körperpflege und Hilfeannahme?

Weitere prüfungsrelevante Pflegekonzepte

In der Vollversion weiterlernen

Der neue interaktive Lernbereich enthält zu allen acht Modellen Menschenbild, Pflegeverständnis, Fallanwendung und Prüfungsnutzen, dazu einen direkten Modellvergleich, Pflegekonzepte und zehn automatisch ausgewertete Prüfungsfragen.

Pflegemodelle in der App öffnen Vollversion ansehen

Stand: 01.10.2026. Lernmaterial zur Prüfungsvorbereitung. Für Definitionen und Detailfragen sind die jeweiligen Originalwerke und die Vorgaben deiner Schule maßgeblich.