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Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
Gebärmutterhalskrebs · Zervix-Ca
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Invasiv wachsender, bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses (Zervix). Wichtigste Ursache sind Humane Papillomaviren (HPV) der Hochrisiko-Gruppe.
Was im Körper passiert
HPV wird beim Sex übertragen; die meisten Menschen stecken sich irgendwann an. Meist beseitigt das Immunsystem das Virus. Bleibt die Infektion lange bestehen, verändern sich die Schleimhautzellen am Gebärmutterhals – es entstehen Krebsvorstufen, die sich oft auch von selbst zurückbilden. Ein Teil wird zu Krebs, der in das Gewebe einwächst. Vorstufen und frühe Tumoren machen keine Beschwerden. Wächst der Tumor in Gefäße ein, blutet er – typisch bei Berührung. Fortgeschrittene Tumoren führen zu Harnstau und Lymphstau in den Beinen.
Ursachen und Risikofaktoren
- HPV-Hochrisikotypen (v. a. 16 und 18), beim Sex übertragen
- begünstigend: Rauchen, Immunschwäche, viele Sexualpartner (siehe „Ergänzt“)
Symptome
- lange keine Beschwerden → Vorstufen und Frühstadien sind symptomlos
- später Kontaktblutungen (beim oder nach dem Geschlechtsverkehr) → Tumor blutet bei Berührung
- Blutungen außerhalb der Regel oder nach der Menopause, auffälliger Fluor genitalis
- fortgeschritten: Harnstau, Lymphödem der Beine, Schmerzen im Becken oder Rücken, Tumorzeichen
- (Gewichtsverlust, Leistungsminderung)
Therapie
- Vorstufen: Konisation
- frühe Stadien: Operation (radikale Hysterektomie mit Lymphknoten); bei Kinderwunsch mit dem Arzt besprechen; ggf. zusätzlich Bestrahlung
- örtlich fortgeschritten oder nicht operabel: Radiochemotherapie = Bestrahlung und gleichzeitig Chemotherapie (meist Cisplatin)
Pflege
- nach Konisation: Blutung (stärker als Regelblutung → Arzt) und Entzündungszeichen beobachten; nach etwa 1 Woche
- löst sich der Wundschorf → stärkere Nachblutung möglich
- beraten: 3 Wochen kein Baden, kein Geschlechtsverkehr, keine Tampons; 1 Woche körperlich schonen; bei Kinderwunsch Arztgespräch (Gebärmutterhalsschwäche möglich)
- Genitalkarzinom: psychisch begleiten, Psychoonkologie/Seelsorge vermitteln; ist ein Uro- oder Enterostoma geplant → Stomatherapeut
- nach Radikal-OP: Nachblutung, übel riechenden Fluor, blutigen Urin, Beinschwellung beobachten; Beine leicht erhöht, Physiotherapie, Lymphödemprophylaxe; 3 Monate nichts über 5 kg heben
Vorbeugung
- HPV-Impfung nach STIKO für Mädchen und Jungen
- Früherkennung mit Pap-Abstrich bzw. Ko-Test (siehe „Ergänzt“)
- Kondome senken das Risiko, schützen aber nicht vollständig
Komplikationen
- Harnstau, Lymphödem der Beine
- nach der OP: Harn- oder Stuhlinkontinenz, Fisteln, Organverletzung, Lymphödem
- nach Konisation: Nachblutung, Gebärmutterhalsschwäche in einer Schwangerschaft
Ergänzt aus Leitlinien
- Häufigkeit: ca. 4.300 Frauen/Jahr, mittleres Erkrankungsalter 55 J. (früh für Krebs), 5-Jahres-Überleben 69 %;
- Vorstufen oft schon mit 35–40 J. (Quelle: RKI Krebsdaten 2026; KID Gebärmutterhalskrebs)
- HPV: die meisten stecken sich an, meist heilt die Infektion aus; erst eine anhaltende Infektion (v. a. Typ 16, 18) führt zu Krebsvorstufen, die sich oft zurückbilden (Quelle: KID)
- weitere Risikofaktoren: Rauchen, Immunschwäche (z. B. HIV), viele Sexualpartner, Pille > 5 J., Chlamydien oder Herpes; Kondome senken das Risiko, schützen nicht vollständig (Quelle: KID Risikofaktoren)
- HPV-Impfung laut STIKO: 9–14 J. mit 2 Dosen, Nachholimpfung 15–17 J. mit 3 Dosen, für Mädchen und Jungen (Quelle: RKI/STIKO FAQ HPV 2025)
- Früherkennung: 20–34 J. jährlich Pap-Abstrich; ab 35 J. alle 3 Jahre Ko-Test (Pap + HPV-Test), keine Altersobergrenze; Einladung der Kasse 20–65 J. alle 5 Jahre (Quelle: KID Früherkennung)
- Therapie nach Stadium: Vorstufen Konisation; früh radikale Hysterektomie mit Lymphknoten; örtlich fortgeschritten meist Radiochemotherapie mit Cisplatin (Quelle: KID Behandlung)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: RKI Krebsdaten Gebärmutterhalskrebs (2026); RKI/STIKO FAQ HPV-Impfung (2025); Krebsinformationsdienst DKFZ (KID): Gebärmutterhalskrebs, Risikofaktoren, Früherkennung, Symptome, Behandlung. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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