Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Unipolare Depression
Psychische Erkrankungen · Depression, depressive Episode, rezidivierende depressive Störung
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Eine unipolare Depression ist eine psychische Erkrankung mit anhaltend gedrückter Stimmung und/oder deutlichem Interessen- und Freudverlust sowie weiteren Beschwerden. Sie unterscheidet sich von normalen Stimmungstiefs durch Dauer, Ausprägung und Beeinträchtigung des Alltags.
Was im Körper passiert
Depression entsteht nicht durch einen einzelnen Auslöser. Biologische, psychische und soziale Faktoren wirken zusammen. Schlaf, Antrieb, Aufmerksamkeit, Stressverarbeitung und körperliche Funktionen können gleichzeitig verändert sein.
Ursachen und Risikofaktoren
- erbliche Veranlagung und biologische Faktoren
- belastende Lebensereignisse, chronischer Stress oder soziale Belastungen
- körperliche und andere psychische Erkrankungen
- bei vielen Betroffenen lässt sich keine einzelne Ursache benennen
Symptome
- gedrückte Stimmung, Interessen- oder Freudverlust
- Antriebsmangel und schnelle Ermüdbarkeit
- Schlaf- und Konzentrationsstörungen
- Schuldgefühle, geringes Selbstwertgefühl und Hoffnungslosigkeit
- Appetit- oder Gewichtsveränderungen
- Gedanken an Tod oder Suizid können auftreten und müssen ernst genommen werden
Therapie
- Behandlung wird nach Schweregrad, Verlauf, Begleiterkrankungen und Präferenzen gemeinsam geplant.
- Wichtige Verfahren sind Psychotherapie und Antidepressiva; je nach Situation werden sie einzeln oder kombiniert eingesetzt.
- Bewegung, Tagesstruktur, soziale Unterstützung und weitere psychosoziale Angebote können ergänzen.
- Bei schwerer akuter Gefährdung kann eine stationäre Behandlung notwendig sein.
Pflege
- verlässliche, nicht wertende Beziehung anbieten und Rückzug nicht persönlich nehmen
- Antrieb und Tagesstruktur mit erreichbaren Schritten unterstützen, ohne zu überfordern
- Schlaf, Essen, Trinken, Körperpflege und Aktivität beobachten und fördern
- Suizidgedanken offen ansprechen; bei akuter Gefahr sofort ärztliche beziehungsweise psychiatrische Hilfe organisieren
- Wirkungen, Nebenwirkungen und regelmäßige Einnahme verordneter Medikamente beobachten
Vorbeugung
- Bei wiederkehrender Depression Rückfallzeichen und individuellen Krisenplan kennen.
- Behandlung nicht eigenmächtig abbrechen und Nachsorgetermine wahrnehmen.
- Schlaf, Bewegung und soziale Kontakte im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten stabilisieren.
Komplikationen
- Suizidalität
- sozialer Rückzug und Verlust von Alltagsfunktionen
- Chronifizierung oder wiederkehrende Episoden
- körperliche Folgen durch mangelnde Ernährung, Bewegung oder Selbstfürsorge bei schwerer Erkrankung
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: Suizidalität darf direkt angesprochen werden. Die Frage danach „bringt jemanden nicht erst auf die Idee“, sondern gehört zur sicheren Einschätzung.
- Kommunikation: Aktivieren heißt nicht antreiben. Kleine erreichbare Schritte und echte Beteiligung sind hilfreicher als Druck.
Quellen: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.2, 2022, gültig bis 28.09.2027; gesund.bund.de – Depression, abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
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