Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Tuberkulose (TB)
Infektionen und Hygiene · Tuberkulose, TB, Mycobacterium tuberculosis, offene Lungentuberkulose
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Tuberkulose (TB) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Erreger des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes verursacht wird. Am häufigsten ist die Lunge betroffen; grundsätzlich können aber auch andere Organe erkranken.
Was im Körper passiert
Nach der Infektion kann das Immunsystem die Erreger zunächst kontrollieren. Eine latente Infektion verursacht keine ansteckende Lungenerkrankung. Entwickelt sich eine aktive Tuberkulose, entstehen entzündliche Gewebeschäden; bei Lungentuberkulose können Erreger über die Atemwege ausgeschieden werden.
Ursachen und Risikofaktoren
- Übertragung infektiöser Aerosole vor allem bei ansteckender Lungentuberkulose
- enger und länger dauernder Kontakt erhöht das Übertragungsrisiko
- Immunsuppression und bestimmte Grunderkrankungen erhöhen das Risiko, dass aus einer Infektion eine Erkrankung wird
Symptome
- länger anhaltender Husten, gegebenenfalls Auswurf
- Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Leistungsminderung
- bei extrapulmonaler Tuberkulose organspezifische Beschwerden
- Symptome können anfangs unspezifisch sein.
Therapie
- Aktive Tuberkulose wird mit einer Kombination mehrerer wirksamer Antibiotika über einen längeren Zeitraum behandelt.
- Die genaue Kombination und Dauer richten sich nach Erkrankungsform und Resistenzlage.
- Konsequente Einnahme ist wichtig, um Rückfälle und Resistenzentwicklung zu vermeiden.
Pflege
- Bei ansteckender Lungentuberkulose Schutz- und Isolationsmaßnahmen strikt nach Hygieneplan und RKI-Empfehlungen umsetzen.
- geeigneten Atemschutz verwenden und auf korrekten Sitz achten
- Sputumgewinnung sicher vorbereiten und Proben korrekt transportieren
- Medikamenteneinnahme, Nebenwirkungen und Therapieadhärenz interprofessionell begleiten
- stigmatisierende Sprache vermeiden und Patientinnen und Patienten über Schutzmaßnahmen verständlich informieren
Vorbeugung
- frühes Erkennen und wirksame Behandlung infektiöser Erkrankungen
- Kontaktpersonennachverfolgung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst
- konsequente Luft-, Atemschutz- und Hygienemaßnahmen im medizinischen Setting
Komplikationen
- fortschreitende Lungenschädigung
- Ausbreitung auf andere Organe bis zur disseminierten Tuberkulose
- Resistenzentwicklung bei unzureichender oder unwirksamer Therapie
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: Bei Tuberkulose ist nicht jede infizierte Person ansteckend. Entscheidend sind aktive Erkrankung, Organbefall, Erregerausscheidung und fachgerechte hygienische Einschätzung.
Quellen: Robert Koch-Institut – RKI-Ratgeber Tuberkulose, Stand 21.08.2026. Abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
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