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Skabies (Krätze)
Krätze, Scabies; Erreger: Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei var. hominis); schwere Sonderform: Scabies crustosa (Borkenkrätze)
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Ansteckende Parasitose der Haut: Krätzmilben graben Gänge in die Hornschicht der Oberhaut. Auf die Milben und ihre Ausscheidungen reagiert der Körper mit gerötetem, stark juckendem Ausschlag.
Was im Körper passiert
Die Milbenweibchen bohren sich in die Hornschicht und graben dort Gänge, in die sie ihre Eier legen. Im Gang bleibt auch ihr Kot zurück. Gegen diesen Kot entwickelt das Immunsystem eine Allergie vom Spättyp (Typ IV). Deshalb entzünden sich die Gänge, werden rot und jucken stark. Beim ersten Befall braucht diese Abwehrreaktion Wochen, bei erneutem Befall nur Tage. Fehlt die Abwehr (Immunschwäche), vermehren sich die Milben fast ungebremst (Scabies crustosa).
Ursachen und Risikofaktoren
- Milben wandern bei engem Körperkontakt von Mensch zu Mensch
- Kontaktdauer, Risikogruppen → siehe „Ergänzt“
Symptome
- rote, stark juckende Hautveränderungen entlang der Gänge → allergische Reaktion auf den Milbenkot
- Ekzem → Entzündung und Kratzen
- nächtlicher Juckreiz, typische Stellen → siehe „Ergänzt“
Therapie
- meist ambulant; Säuglinge und Pflegeempfänger mit starkem Befall stationär
- alle Personen mit Hautkontakt gleichzeitig mitbehandeln, auch ohne Beschwerden
- Permethrin-Creme tötet die Milben: vorher baden und abtrocknen, Haut dann mind. 30 Minuten nicht mehr befeuchten; 8–12 Stunden einwirken lassen, abduschen, frische Kleidung anziehen
- Permethrin nach 7–10 Tagen erneut anwenden
- Permethrin trocknet die Haut aus → danach rückfettend pflegen; Ekzem mit Glukokortikoid-Salbe
Pflege
- isolieren; Handschuhe und Schutzkittel, Kittel im dicht verschlossenen Plastiksack entsorgen
- Hände samt Fingernägeln nach jedem Kontakt mit Seife gründlich reinigen – Desinfektionsmittel wirkt gegen Milben nicht Patientenwäsche nach jeder Lokalbehandlung wechseln, über 60 °C waschen
- nicht Waschbares im verschlossenen Plastiksack mind. 3 Tage bei Zimmertemperatur (mind. 21 °C) lagern, bei Scabies crustosa 7 Tage; oder 24 Stunden in die Tiefkühltruhe
- Haut nach der Behandlung beobachten: neue Milbenzeichen? Ekzem?
Komplikationen
- Ekzem (Glukokortikoid nötig)
- weitere → siehe „Ergänzt“
Ergänzt aus Leitlinien
- Übertragung erst bei großflächigem Hautkontakt von etwa 5–10 Minuten, über Textilien selten; Beschwerden beim Erstbefall nach 2–5 Wochen, bei erneutem Befall nach 1–4 Tagen – ansteckend schon vorher (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025; BZgA-Erregersteckbrief Krätze 2024)
- Leitsymptom: starker Juckreiz, nachts in der Bettwärme stärker; feine Gänge, Bläschen, Knötchen v. a. an Fingerzwischenräumen, Handgelenken, Ellenbogen, Achseln, Brustwarzen, Nabel, Genitale; bei Säuglingen auch Kopf
- und Fußsohlen (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025; BZgA 2024)
- Scabies crustosa bei Immunschwäche: Millionen Milben, dicke Krusten, oft kaum Juckreiz, schon kurzer Kontakt steckt an → Pflegende besonders gefährdet (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025; gesund.bund.de Krätze 2024; S1-Leitlinie Skabies 2016)
- Diagnostik: Dermatoskopie (dreieckige Milbe am Gangende, „Winddrachenzeichen"), Mikroskopie von Hautgeschabsel
- (Milben, Eier, Kot) (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025)
- Permethrin 5 % lückenlos auf den ganzen Körper (Erwachsene ohne behaarten Kopf), auch unter die Nägel;
- Alternative Ivermectin-Tabletten (nicht bei Schwangeren und Kleinkindern); Gemeinschaftseinrichtung wieder direkt nach abgeschlossener Behandlung (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025; gesund.bund.de 2024)
- bakterielle Infektion aufgekratzter Haut; Juckreiz und Knötchen können nach erfolgreicher Behandlung bis 3 Wochen bleiben – kein Therapieversagen (Quelle: MSD Manual Skabies 2025; S1-Leitlinie Skabies, DDG 2016)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: RKI-Ratgeber Skabies (2025); S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Skabies (DDG, AWMF 013- 052, 2016); gesund.bund.de: Krätze (2024); BZgA-Erregersteckbrief Krätze (2024); MSD Manual Ausgabe für Patienten: Skabies-Befall (2025). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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