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Sexuell übertragbare Infektionen
STD (sexually transmitted diseases), heute meist STI (sexually transmitted infections); Geschlechtskrankheiten
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Infektionen, deren Erreger nur oder überwiegend beim Geschlechtsverkehr weitergegeben werden.
Was im Körper passiert
Beim Geschlechtsverkehr gelangen Bakterien, Viren oder Parasiten über Haut und Schleimhaut bzw. Körperflüssigkeiten zum Partner. An der Eintrittsstelle können offene Stellen entstehen, z. B. das Geschwür bei Syphilis oder Bläschen bei Herpes genitalis; bei Kontakt mit solchen Läsionen schützen sich Pflegende mit Handschuhen. Bleibt der Partner unbehandelt, kann er die Erreger beim nächsten Kontakt zurückgeben (Reinfektion).
Ursachen und Risikofaktoren
- Bakterien: Gonorrhoe (Tripper) – Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken); Syphilis (Lues, „harter Schanker") – Treponema pallidum; Ulcus molle („weicher Schanker") – Haemophilus ducreyi; Lymphogranuloma venereum – Chlamydia trachomatis
- Viren: Herpes genitalis – v. a. Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2), häufig auch HSV-1; HI-Viren → AIDS
- Parasiten: Skabies – Krätzmilben
Symptome
- offene Haut- und Schleimhautläsionen, z. B. bei Syphilis und Herpes genitalis
- weitere typische Zeichen → siehe „Ergänzt“
Therapie
- Partner mitbehandeln, sonst Reinfektion
- bis zur Ausheilung auf Geschlechtsverkehr verzichten
- erregerbezogene Behandlung → siehe „Ergänzt“
Pflege
- immer Handschuhe tragen, besonders bei offenen Haut- oder Schleimhautläsionen (z. B. Syphilis, Herpes genitalis) Patienten informieren: kein Geschlechtsverkehr bis zur Ausheilung
- Partner in die Behandlung einbeziehen
Vorbeugung
- siehe „Ergänzt“ (Kondome, Impfungen, Screening)
Komplikationen
- HIV-Infektion → AIDS
- weitere Folgen (Unfruchtbarkeit, Spätfolgen der Syphilis) → siehe „Ergänzt“
Ergänzt aus Leitlinien
- Die meisten STI verlaufen ohne Beschwerden und werden unbemerkt weitergegeben; sonst typisch: ungewöhnlicher
- Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, Schmerzen beim Sex (Quelle: WHO-Faktenblatt STI 2025; LIEBESLEBEN, BIÖG)
- Chlamydien gehören zu den häufigsten STI; unbehandelt können sie – wie die Gonorrhoe – über Entzündungen der Geschlechtsorgane zu Unfruchtbarkeit führen; Frauen bis 24 Jahre: 1× jährlich kostenloser Urintest; Therapie mit Antibiotika, Sexpartner der letzten 6 Monate informieren (Quelle: LIEBESLEBEN, BIÖG)
- Syphilis: I schmerzloses Ulcus durum, heilt nach 4–6 Wochen ab; II nach 4–10 Wochen Fieber, Lymphknotenschwellung, Hautausschlag; danach Latenz; III nach Jahren bis Jahrzehnten, Neurosyphilis; Übertragung auch in der Schwangerschaft aufs Kind; Bluttest meist 2–3 Wochen nach Ansteckung positiv; nichtnamentlich
- meldepflichtig (Quelle: RKI-Ratgeber Syphilis)
- Weitere wichtige Erreger: HPV (Feigwarzen, Gebärmutterhalskrebs), Hepatitis B, Trichomonaden (Parasit); mit Antibiotika (meist als Einmalgabe) heilbar sind Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, Trichomoniasis – HIV, HSV, HPV und Hepatitis B derzeit nicht; Gonokokken werden zunehmend resistent (Quelle: WHO-Faktenblatt STI 2025)
- Vorbeugung: Kondome senken das Risiko stark; Impfung gegen HPV (STIKO: Mädchen und Jungen 9–14 Jahre, Nachholen bis 17) und Hepatitis B (Säuglinge ab 2 Monaten) (Quelle: LIEBESLEBEN, BIÖG)
- Skabies: Übertragung durch längeren, großflächigen Hautkontakt (Schlafen, Sex, Körperpflege), Ausbrüche in Pflegeheimen und Kliniken; Pflegende tragen Handschuhe und langärmelige Schutzkleidung; Permethrin, Kontaktpersonen gleichzeitig mitbehandeln (Quelle: RKI-Ratgeber Skabies 2025)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: WHO-Faktenblätter Sexually transmitted infections (2025) und Herpes simplex virus (2025); RKI-Ratgeber Syphilis (2020) und Skabies (2025); LIEBESLEBEN (BIÖG): Chlamydien, Gonorrhö, STI-Impfungen; RKI-Ratgeber Chlamydiosen Teil 1 (abgerufen 09/2026). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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