Nurmedizinius · Krankheitsbilder
RSV-Infektion und Bronchiolitis
Kinder- und Jugendmedizin · Respiratorisches Synzytial-Virus, RSV, Bronchiolitis, Säuglingsbronchiolitis
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht Atemwegsinfektionen in jedem Lebensalter. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es die kleinen Atemwege betreffen und eine Bronchiolitis auslösen. Besonders Frühgeborene und Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen können schwer erkranken.
Was im Körper passiert
Die Viren infizieren Zellen der Atemwegsschleimhaut. Entzündung, Schleim und Schwellung können die kleinen Bronchien verengen. Bei Säuglingen sind die Atemwege ohnehin eng, sodass schon eine geringe zusätzliche Verengung die Atmung deutlich erschweren kann.
Ursachen und Risikofaktoren
- Infektion mit RSV über respiratorische Sekrete und kontaminierte Hände oder Oberflächen
- enger Kontakt begünstigt die Übertragung
- schwere Verläufe sind unter anderem bei sehr jungen Säuglingen, Frühgeborenen und bestimmten Herz-Lungen-Erkrankungen wahrscheinlicher
Symptome
- Schnupfen, Husten und Fieber können den Beginn markieren.
- Tachypnoe, Einziehungen, verlängerte Ausatmung oder auffällige Atemgeräusche
- Trinkschwäche und Erschöpfung
- bei jungen Säuglingen können Apnoen ein wichtiges Warnzeichen sein
Therapie
- Die Behandlung ist überwiegend unterstützend.
- Ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr werden je nach Zustand sichergestellt.
- Bei Hypoxämie oder schwerer Atemarbeit kann Sauerstoff- oder Atemunterstützung erforderlich sein.
- Antibiotika wirken nicht gegen RSV selbst.
Pflege
- Atemarbeit, Sättigung, Hautfarbe, Apnoen, Erschöpfung und Trinkverhalten beobachten.
- Nase und Atemwege nach lokalem Standard freihalten und das Kind bei der Nahrungsaufnahme nicht überfordern.
- Flüssigkeitsbilanz und Ausscheidung bei gefährdeten Kindern beachten.
- Hygiene- und Isolationsmaßnahmen der Einrichtung konsequent umsetzen und Eltern verständlich einbeziehen.
Vorbeugung
- Händehygiene, Kontaktreduktion zu akut Erkrankten und Reinigung häufig berührter Flächen senken Übertragungsrisiken.
- Für definierte Alters- und Risikogruppen bestehen aktuelle STIKO-Empfehlungen zu Immunisierung beziehungsweise Impfung; Auswahl und Zeitpunkt richten sich nach der jeweils aktuellen Empfehlung.
Komplikationen
- schwere Bronchiolitis und respiratorische Insuffizienz
- Apnoen, besonders bei jungen oder frühgeborenen Säuglingen
- Dehydratation durch Trinkschwäche
- stationäre oder intensivmedizinische Behandlung bei schwerem Verlauf
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: Bei Säuglingen gehört Trinkschwäche zur Atembeurteilung: Wer stark atmen muss, kann beim Trinken schnell erschöpfen.
- Priorität: Atemarbeit und Allgemeinzustand sind wichtiger als ein einzelnes Husten- oder Fiebersymptom.
Quellen: Robert Koch-Institut – RKI-Ratgeber RSV-Infektionen, Stand 10.09.2026; RKI – RSV-Übersichtsseite, Stand 15.09.2026. Abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
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