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Prostatakarzinom
Prostatakrebs; Adenokarzinom der Prostata
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Bösartiger Tumor aus dem Drüsengewebe der Prostata (Adenokarzinom).
Was im Körper passiert
Die Prostata umschließt unter der Blase die Harnröhre; ihre äußere Zone grenzt nach hinten an den Enddarm. In dieser äußeren Zone entsteht der Krebs meist; sie lässt sich vom Enddarm aus abtasten. Lange macht der Krebs keine Beschwerden. Erst wenn er die Harnröhre einengt, stört er das Wasserlassen. Testosteron regt die Krebszellen zur Teilung an. Streuende Zellen siedeln sich z. B. in Lymphknoten und Knochen an.
Ursachen und Risikofaktoren
- hier nicht beschrieben → Risikofaktoren s. „Ergänzt“
Symptome
- lange keine Beschwerden
- Blasenentleerungsstörung → erst wenn der Tumor die Harnröhre einengt
- evtl. Blut im Urin
- Knochenschmerzen, z. B. Kreuzschmerzen → Knochenmetastasen
Therapie
- Niedrigrisiko-Tumor: aktive Überwachung; ältere Patienten, deren Lebenserwartung der Tumor nicht verkürzt: keine Therapie, Kontrollen
- sonst: radikale Prostatektomie (Prostata samt Samenblasen) oder Bestrahlung
- palliativ: Hormontherapie oder Chemotherapie
- Prostatektomie heute meist roboterassistiert-laparoskopisch, seltener offen vom Damm aus (RPP) oder oberhalb des Schambeins (RRP); danach schient
- ein BDK die Anastomose zwischen Blase und Harnröhre
Pflege
- Stanzbiopsie: vorher Darm entleeren, Antibiotikum; linke Seitenlage mit angezogenen Knien; danach stündlich
- Vitalzeichen, Urin beobachten; Tamponade im Enddarm nach ca. 2–3 h entfernen (Hausstandard); Entlassung erst
- fieberfrei, nach Wasserlassen, ohne Blut im Urin; 4 Wochen kein Radfahren, schweres Heben, heißes Baden
- vor Prostatektomie: Kostabbau, abführen; Beckenbodengymnastik üben; bei perinealem Zugang Aufrichten über die Seite üben (bis 2. postop. Tag nicht sitzen); Haare im OP-Gebiet nur wenn nötig kürzen (nicht rasieren)
- nach Prostatektomie: Puls, RR, Temperatur, Urin (Farbe, Menge, Beimengungen); Frühmobilisation; langsamer
- Kostaufbau; Katheterpflege; Obstipationsprophylaxe; nach RPP Verband und Drainage engmaschig kontrollieren
- Beratung: Kontinenztraining; Schonung bis zur Wundheilung, kein Radfahren; Umgang mit Inkontinenz und Erektionsstörung; psychoonkologische Beratung, Nachsorge, Selbsthilfegruppen
- radioaktive Seeds: Patient gibt Strahlung ab → während der Behandlung engen Körperkontakt meiden
Vorbeugung
- Früherkennung s. „Ergänzt“
Komplikationen
- Harnabflussstörung, Knochenmetastasen
- nach Prostatektomie: Harninkontinenz, Erektionsstörung (s. „Ergänzt“)
Ergänzt aus Leitlinien
- Häufigste Krebserkrankung des Mannes (2023 rund 79.600 Neuerkrankungen, 5-Jahres-Überleben 92 %);
- Risikofaktoren: hohes Alter (unter 50 selten), familiäre Häufung, schwarzafrikanische Herkunft (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten, RKI 2026)
- Früherkennung: ab 45 (Lebenserwartung ≥ 10 Jahre) nach Beratung PSA-Test; PSA < 1,5 ng/ml → Kontrolle nach 5
- Jahren, 1,5–2,99 → nach 2 Jahren, ≥ 3 → Kontrolle innerhalb von 3 Monaten, bestätigt → Urologe. Kassenleistung ab 45 ist aber weiterhin nur die jährliche Tastuntersuchung; PSA-Test zur Früherkennung = Selbstzahlerleistung (IGeL) (Quelle: S3-Leitlinie Prostatakarzinom 8.1, 2025; Krebsinformationsdienst 2025)
- Abklärung: bei bestätigtem PSA > 3 ng/ml MRT der Prostata vor der Biopsie; bei unauffälligem MRT (PI-RADS 1–2)
- keine Biopsie; systematisch 10–12 Gewebezylinder; transrektal nur mit Antibiotikaprophylaxe (Quelle: S3-Leitlinie Prostatakarzinom 8.1, 2025)
- Aktive Überwachung bei Niedrigrisiko: regelmäßig PSA, MRT, Kontrollbiopsien, Heilung bleibt möglich; Watchful
- Waiting bei Lebenserwartung unter 10 Jahren: nur Beschwerden behandeln (Quelle: S3-Leitlinie 8.1; Krebsinformationsdienst 2025)
- Hormontherapie entzieht dem Tumor das Testosteron; Nebenwirkungen: Libidoverlust, Erektionsstörung, Hitzewallungen, Osteoporose, Gewichtszunahme, Brustvergrößerung (Quelle: Krebsinformationsdienst 2023)
- Nach radikaler Prostatektomie (auch laparoskopisch/roboterassistiert): nach 18 Monaten bei 4–21 von 100 Männern
- gelegentlicher Urinverlust; Erektionsstörung bei nervenschonender OP bei etwa 19–40 von 100 (Quelle: Krebsinformationsdienst 2022)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.1 (Leitlinienprogramm Onkologie, 2025); Krebsinformationsdienst (DKFZ): Prostatakrebs, Früherkennung, Active Surveillance und Watchful Waiting, Operation, Hormontherapie; Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI): Prostatakrebs (2026). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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