Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Präeklampsie und HELLP-Syndrom
Schwangerschaft, Geburt und Neugeborene · hypertensive Schwangerschaftserkrankung, Präeklampsie, Eklampsie, HELLP
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Eine Präeklampsie ist eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung, bei der zu erhöhtem Blutdruck Zeichen einer Organbeteiligung hinzukommen können. Die Eklampsie bezeichnet Krampfanfälle im Zusammenhang mit einer Präeklampsie. Beim HELLP-Syndrom treten unter anderem Hämolyse, erhöhte Leberwerte und eine verminderte Thrombozytenzahl auf. Diese Krankheitsbilder können für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden.
Was im Körper passiert
Eine gestörte Entwicklung und Funktion der Plazenta kann zu einer allgemeinen Gefäß- und Endothelstörung beitragen. Dadurch können Blutdruck, Durchblutung und verschiedene Organe der Schwangeren betroffen sein. Auch die Versorgung des Kindes über die Plazenta kann beeinträchtigt werden.
Ursachen und Risikofaktoren
- Die genaue Entstehung ist komplex und nicht vollständig geklärt.
- Ein höheres Risiko besteht unter anderem bei einer Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft, vorbestehender Hypertonie, Nieren- oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen sowie Mehrlingsschwangerschaften.
- Auch nach der Geburt können hypertensive Schwangerschaftserkrankungen erstmals auffallen.
Symptome
- Bluthochdruck kann zunächst völlig beschwerdefrei sein.
- Warnzeichen: anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit oder Erbrechen, Atemnot sowie Schmerzen im Oberbauch.
- Beim HELLP-Syndrom sind anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch besonders wichtig.
- Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen sprechen für eine akute Notfallsituation.
Therapie
- Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Organbeteiligung und Schwangerschaftswoche.
- Blutdrucksenkende und krampfverhindernde Medikamente werden ärztlich festgelegt.
- Bei schweren Verläufen ist eine stationäre geburtshilfliche Überwachung erforderlich.
- Die Entbindung kann bei schwerer Erkrankung die entscheidende therapeutische Maßnahme sein; Zeitpunkt und Vorgehen werden geburtshilflich festgelegt.
Pflege
- Blutdruck, Bewusstsein, Beschwerden und weitere angeordnete Beobachtungswerte zuverlässig erfassen und Veränderungen sofort weitergeben.
- Neu auftretende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen, Atemnot oder Krampfzeichen nicht bagatellisieren.
- Bei schwerer Präeklampsie eine ruhige, sichere Umgebung unterstützen und Notfallbereitschaft nach Einrichtungsstandard sicherstellen.
- Ängste ernst nehmen, Maßnahmen erklären und die Schwangere nicht alleinlassen, wenn sich der Zustand akut verschlechtert.
Vorbeugung
- Schwangerschaftsvorsorge mit Blutdruck- und Urinkontrollen ermöglicht das frühe Erkennen.
- Bei bekannten Risikofaktoren erfolgt eine ärztlich festgelegte engmaschigere Betreuung und gegebenenfalls medikamentöse Prävention.
Komplikationen
- Eklampsie mit Krampfanfällen
- HELLP-Syndrom und schwere Gerinnungsstörung
- Schlaganfall, Nieren- oder Leberbeteiligung, Lungenödem
- Plazentainsuffizienz, fetale Wachstumsstörung und Frühgeburt
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: Eine unauffällige Schwangere kann trotzdem einen gefährlich erhöhten Blutdruck haben – Vorsorge und Messwerte gehören deshalb zur Früherkennung.
- Notfall: Krampfanfall, Bewusstseinsstörung, schwere Atemnot oder ausgeprägte Oberbauchschmerzen erfordern sofortige Notfallversorgung nach lokalem Standard.
Quellen: AWMF-Registernummer 015-018 – Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft: Diagnostik und Therapie, S2k-Leitlinie, Fassung 06/2024; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – familienplanung.de, Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Stand 14.05.2025, geprüft 20.04.2026; familienplanung.de – HELLP-Syndrom, Stand 16.05.2025. Abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
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