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Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
Eierstockkrebs · Ovarial-Ca · eng verwandt: Eileiterkrebs (Tubenkarzinom), Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinom)
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Bösartiger Tumor des Eierstocks. Etwa 9 von 10 gehen vom Oberflächenepithel aus (epitheliale Tumoren), seltener von Keimzellen oder vom Stützgewebe.
Was im Körper passiert
Entartete Zellen am Eierstock wachsen lange, ohne Beschwerden zu machen. Der Tumor kann auf Nachbarorgane wie den Darm übergreifen und sich in der Bauchhöhle ausbreiten. Oft sammelt sich dabei Wasser im Bauch (Aszites) → der Bauchumfang wächst, das Atmen fällt schwer. Drückt der Tumor auf Blase oder Darm, gibt es Probleme beim Wasserlassen und beim Stuhlgang. Dreht sich der Tumor an seinem Stiel oder reißt er ein, entsteht ein akutes Abdomen.
Ursachen und Risikofaktoren
- erbliche Veranlagung: Mutation im BRCA-1-Gen (auch BRCA-2)
- weitere Risiken: höheres Alter, Kinderlosigkeit, Hormonersatztherapie, Übergewicht (siehe „Ergänzt“)
Symptome
- meist erst spät → Tumor wächst lange unbemerkt
- Zunahme des Bauchumfangs → Aszites
- Probleme beim Wasserlassen und beim Stuhlgang → Druck auf Blase und Darm
- später Leistungsminderung, Gewichtsverlust
- Stieldrehung oder Ruptur → akutes Abdomen
Therapie
- Radikaloperation: Ziel ist, den Tumor vollständig zu entfernen – ggf. auch Darmteile und Lymphknoten
- danach meist Chemotherapie; bei fortgeschrittenem Krebs anschließend zielgerichtete Medikamente
Pflege
- Zeit zwischen Diagnose und OP oft kurz → psychisch begleiten, Psychoonkologie/Seelsorge vermitteln, Fragen klären, Arztgespräch ermöglichen; bei geplantem Stoma Stomatherapeut hinzuziehen
- nach der OP: vaginale Nachblutung, übel riechenden Fluor, blutigen Urin und Beinschwellung (Lymphödem)
- beobachten → Arzt
- nach Entfernung von Beckenlymphknoten: Beine leicht erhöht positionieren, Physiotherapie, Lymphödemprophylaxe
- unter Chemotherapie: erhöhte Infektions- und Blutungsgefahr (Knochenmarksuppression), Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall – vorher aufklären
- beraten: AHB, Nachsorge, Selbsthilfegruppen
Vorbeugung
- keine wirksame Früherkennung; bei BRCA-Mutation Beratung zur vorbeugenden Entfernung von Eileitern und Eierstöcken (siehe „Ergänzt“)
Komplikationen
- akutes Abdomen (Stieldrehung, Ruptur)
- Aszites mit Atembeschwerden
- nach der OP: Organverletzung, Harn- oder Stuhlinkontinenz, Lymphödem, Fisteln
- ungünstige Prognose, weil meist spät entdeckt
Ergänzt aus Leitlinien
- Häufigkeit: ca. 7.000 Frauen/Jahr, mittleres Alter 68 J., etwa 1 von 74 Frauen; rund 3 von 4 erst im Stadium III/IV entdeckt; 5-Jahres-Überleben 43 % (Quelle: RKI Krebsdaten 2026)
- Risiko: Alter, BRCA1/2 (ca. 1 von 10 Fällen), Kinderlosigkeit/Unfruchtbarkeit, Hormonersatztherapie, Übergewicht; Schutz: viele Geburten, lange Stillzeit, Pille (hemmt den Eisprung), Sterilisation der Eileiter (Quelle: RKI; KID Eierstockkrebs 2025)
- frühe, unspezifische Zeichen: Völlegefühl, Blähungen, unklare Bauchschmerzen, häufiges Wasserlassen, veränderter Stuhlgang; Aszites → Bauchumfang ↑, Atembeschwerden (Quelle: KID)
- etwa 9 von 10 Tumoren sind epithelial; Diagnostik: Ultraschall durch die Scheide, endgültige Diagnose und Stadium meist erst durch OP und feingewebliche Untersuchung (Quelle: KID)
- keine Früherkennung: Vaginalultraschall und Tumormarker senken die Sterblichkeit nicht; Screening soll auch bei Risikogruppen nicht erfolgen; BRCA-Trägerinnen: Beratung zur vorbeugenden Entfernung beider Eileiter und Eierstöcke (Quelle: KID; S3-Leitlinie Ovarialkarzinom 2024)
- OP-Ziel: Tumor makroskopisch vollständig entfernen; danach bekommen die meisten eine Chemotherapie, bei fortgeschrittenem Krebs danach zielgerichtete Medikamente (Quelle: S3-Leitlinie Ovarialkarzinom 2024; KID)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: RKI Krebsdaten Eierstockkrebs (2026); Krebsinformationsdienst DKFZ (KID): Eierstockkrebs (2025); S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Version 6.1, Leitlinienprogramm Onkologie (2024). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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