Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Osteoporose
Bewegungsapparat · Knochenschwund, verminderte Knochenfestigkeit
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Osteoporose ist eine Erkrankung mit verminderter Knochenfestigkeit und erhöhtem Risiko für Knochenbrüche. Für das tatsächliche Frakturrisiko zählt nicht nur die Knochendichte, sondern auch das Zusammenspiel weiterer Risikofaktoren.
Was im Körper passiert
Knochen wird lebenslang auf- und abgebaut. Bei Osteoporose überwiegt langfristig der Abbau beziehungsweise die Knochenstruktur wird weniger belastbar. Dadurch können bereits geringere Belastungen zu Frakturen führen.
Ursachen und Risikofaktoren
- Alter und hormonelle Veränderungen nach der Menopause
- familiäre Veranlagung und niedriges Körpergewicht
- Bewegungsmangel und erhöhtes Sturzrisiko
- bestimmte Erkrankungen und längerfristige Behandlung mit knochenschädigenden Medikamenten, zum Beispiel Glukokortikoiden
Symptome
- lange Zeit häufig keine Beschwerden
- Frakturen nach geringer Belastung können erstes Zeichen sein
- Wirbelkörperfrakturen können Rückenschmerzen, Größenverlust und veränderte Körperhaltung verursachen
- typische Folgen sind Frakturen unter anderem an Wirbelsäule, Hüfte oder Unterarm
Therapie
- Bewegung, Muskelkraft und sichere Mobilität fördern.
- Ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D soll grundsätzlich über passende Ernährung und Lebensweise berücksichtigt werden; Supplemente werden nicht pauschal für alle eingesetzt.
- Bei erhöhtem Frakturrisiko können knochenspezifische Medikamente verordnet werden.
- Schmerzbehandlung und Rehabilitation sind nach Frakturen wichtige Bestandteile.
Pflege
- Sturzrisiko einschätzen und sichere Mobilität statt unnötiger Schonung fördern.
- Schmerzen, Beweglichkeit und neue Funktionsverluste beobachten.
- Hilfsmittel passend einsetzen und Transfertechniken sicher durchführen.
- nach Fraktur Mobilisation, Thrombose- und Pneumonieprophylaxe sowie Selbstständigkeit entsprechend Behandlungsplan unterstützen.
Vorbeugung
- regelmäßige körperliche Aktivität mit Kraft- und Gleichgewichtstraining
- ausgewogene kalziumreiche Ernährung und ausreichende Vitamin-D-Versorgung
- nicht rauchen
- Sturzrisikofaktoren und sturzfördernde Medikamente prüfen lassen
Komplikationen
- Wirbelkörper- und Hüftfrakturen
- chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkung
- Verlust von Selbstständigkeit nach schweren Frakturen
- Angst vor Stürzen mit weiterem Bewegungsabbau
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: „Knochenschwund = Bettruhe“ ist falsch. Angepasste Bewegung stärkt Muskulatur, Koordination und Knochen und hilft, Stürze zu verhindern.
- Risikodenken: Knochendichte ist nur ein Teil der Frakturrisikoeinschätzung.
Quellen: DVO – S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern, 2023; gesund.bund.de – Osteoporose, abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
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