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Myelodysplastisches Syndrom
MDS; myelodysplastische Neoplasien
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Erkrankung der blutbildenden (myeloischen) Stammzellen im Knochenmark: Sie sind genetisch verändert und bilden fehlgeformte (dysplastische), nicht funktionsfähige Blutzellen. Folge ist ein Mangel an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.
Was im Körper passiert
Eine myeloische Stammzelle wird genetisch verändert und vermehrt sich zu einem Klon. Ihre Nachkommen sind fehlgeformt und arbeiten nicht richtig. Das Knochenmark ist oft normal oder sogar überreich an Zellen, trotzdem gelangen zu wenige gesunde Zellen ins Blut. So entstehen Anämie, Leukozytopenie und Thrombozytopenie. Die Erkrankung kann in eine akute myeloische Leukämie (AML) übergehen.
Ursachen und Risikofaktoren
- genetische Veränderung der myeloischen Stammzellen
- meist primär; etwa 10 % nach Chemo- oder Strahlentherapie (therapieassoziiert)
- Risikofaktoren: Benzol, organische Lösungsmittel
- v. a. im höheren Alter (medianes Erkrankungsalter ca. 75 Jahre)
Symptome
- Müdigkeit, Leistungsminderung → Anämie (häufigstes Zeichen)
- Fieber, wiederkehrende Infekte → zu wenige funktionsfähige Leukozyten
- Hämatome und andere Blutungen → zu wenige Thrombozyten
Therapie
- symptomatisch: Blutbildung anregen (z. B. Erythropoese-stimulierende Mittel, Luspatercept), Bluttransfusionen, bei Infekten großzügig Antibiotika
- Lenalidomid bei MDS mit del(5q)
- Hochrisiko-MDS: Azacitidin
- allogene Stammzelltransplantation: einziges potenziell heilendes Verfahren
Pflege
- Pflege wie bei Leukämie
- beobachten: Infektzeichen (Rötung, Schwellung, Fieber, Pilzbefall), Blutungszeichen (Hämatome, Petechien, Blut in Urin/Stuhl), Anämiezeichen (Blässe, Müdigkeit, Schwindel, Atemnot)
- Infektionsschutz: Händedesinfektion, Mund- und Zahnpflege mehrmals täglich, keimarme Kost, Prophylaxen
- (Pneumonie, Soor, Parotitis, Zystitis), ggf. Umkehrisolation
- Blutungsschutz: Trockenrasur, weiche Zahnbürste, keine i. m.-Injektionen, weicher Stuhlgang
- bei Anämie: Ruhepausen, Mobilisation mit RR-/Pulskontrolle, Sturzprophylaxe; Transfusionen überwachen
- Bezugspersonen und Sozialdienst: Versorgung zu Hause klären; Selbsthilfegruppen
Komplikationen
- schwere Infektionen
- Blutungen
- Übergang in eine AML
- Eisenüberladung (sekundäre Hämochromatose) durch viele Transfusionen
Ergänzt aus Leitlinien
- medianes Erkrankungsalter ca. 75 Jahre; ca. 10 % therapieassoziiert nach Chemo-/Strahlentherapie; Risikofaktor
- Benzol (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026)
- erhöhtes Risiko für den Übergang in eine AML; ab 20 % Blasten in Blut oder Knochenmark liegt eine AML vor (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026)
- Knochenmarkpunktion mit Zytologie, Histologie, Zytogenetik und Molekulargenetik (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026) Therapie nach Risiko: niedrig → Transfusionen, Erythropoese-stimulierende Mittel, Luspatercept, Lenalidomid bei del(5q); hoch → Azacitidin (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026)
- allogene Stammzelltransplantation als einziges potenziell heilendes Verfahren (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026) viele Transfusionen → Eisenüberladung, ggf. Eisenchelatoren; Thrombozytengabe nur bei Blutungszeichen (Quelle: Onkopedia MDS, DGHO 2026)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: Onkopedia Myelodysplastische Neoplasien (MDS), DGHO (2026). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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