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Morbus Crohn
Ileitis terminalis; Abk. MC; gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Chronische, in Schüben verlaufende Entzündung, die jeden Abschnitt des Verdauungstrakts befallen kann – meist Dünndarm (v. a. Ende des Ileums) und Kolon. Sie erfasst alle Wandschichten; kranke und gesunde Abschnitte wechseln sich ab.
Was im Körper passiert
Das Abwehrsystem der Darmwand reagiert überschießend auf die eigenen Darmbakterien. Die Entzündung geht durch die ganze Wanddicke. Deshalb bilden sich leicht Fisteln (krankhafte Gänge, z. B. zu anderen Darmschlingen, zur Blase oder zur Haut am After) und Abszesse. Durch die dauernde Entzündung vernarbt die Wand und wird eng (Stenose). Der entzündete Dünndarm nimmt Nährstoffe schlecht auf (Malabsorption).
Ursachen und Risikofaktoren
- Ursache unbekannt; vermutet: Veranlagung (familiäre Häufung), überschießende Immunreaktion gegen die Darmflora, Virus- und Bakterieninfektionen
- Rauchen → höheres Erkrankungsrisiko
- Schubauslöser: NSAR, Stress
- Beginn meist im jungen Erwachsenenalter (ca. 20.–30. Lj.)
Symptome
- Schübe im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen
- Durchfall 3–6-mal/Tag, meist ohne Blut oder Schleim
- kolikartige Bauchschmerzen, v. a. rechter Unterbauch → dort liegt das Ende des Ileums
- Gewichtsverlust, Mangelzustände → gestörte Nährstoffaufnahme
- häufig Beschwerden außerhalb des Darms (extraintestinal)
Therapie
- Glukokortikoide im Schub, z. B. Budesonid
- Biologika: TNF-α-Antikörper (Infliximab, Adalimumab), Ustekinumab (IL-12/23), Risankizumab (IL-23)
- Stufenplan, Operation: s. „Ergänzt“
Pflege
- Vitalzeichen und Körpertemperatur regelmäßig
- Schmerzen erfragen; plötzlicher starker Schmerz → akute Entzündung/Perforation? Arzt informieren
- Bauchdecke entspannen: Knierolle, Kopfteil hoch
- Stuhl: Häufigkeit, Farbe, Konsistenz erfragen
- Ernährung: Verträglichkeit prüfen, keine Rohkost, im Schub ballaststoffarm, genug trinken
- bei Zäpfchen unterstützen/anleiten; Prophylaxen nach Bedarf
- Ernährungs- und Sozialberatung, Selbsthilfegruppen vermitteln
Vorbeugung
- nicht rauchen
- Schubauslöser (NSAR, Stress) meiden
Komplikationen
- Fisteln, Abszesse
- Stenosen
- Malabsorptionssyndrom
- Perforation
Ergänzt aus Leitlinien
- Rauchstopp gehört zur Therapie: Rauchen fördert Rückfälle und schwere Verläufe (Quelle: MSD Manual Profi; IQWiG 2026) Stufentherapie: leichter Schub v. a. Budesonid, schwerer Schub systemisches Kortison; Kortison nicht als Dauertherapie; danach Thiopurine, Biologika (auch Vedolizumab) oder JAK-Hemmer (Upadacitinib) (Quelle: IQWiG 2026; MSD Manual Profi)
- OP (krankes Darmstück entfernen) bei Komplikationen oder Therapieversagen – heilt nicht, Crohn kann an anderer
- Stelle wiederkommen (Quelle: IQWiG 2026)
- Folgen: Fisteln bei 25–50 % (meist am After), bei ca. ⅓ Blutarmut und Vitamin-B12-Mangel, Engstellen bis zum Darmverschluss, höheres Darmkrebsrisiko → regelmäßige Koloskopie (Quelle: IQWiG 2026)
- Außerhalb des Darms: Gelenkentzündung (bis 20 %), gerötete schmerzhafte Hautknoten an den Unterschenkeln (bis 15 %), Augenentzündung (Quelle: IQWiG 2026)
- Ernährung: bei Diagnose und regelmäßig auf Mangelernährung screenen; bei Engstellen mit Beschwerden lösliche
- statt unlösliche Ballaststoffe (Quelle: S3-Leitlinie Klinische Ernährung bei CED, DGEM 2024)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: gesundheitsinformation.de (IQWiG): Morbus Crohn; Wie wird Morbus Crohn bei Erwachsenen behandelt?, beide 2026; MSD Manual Profi: Morbus Crohn; S3-Leitlinie Klinische Ernährung bei CED, DGEM 2024. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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