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Magenkarzinom
Magenkrebs; meist Adenokarzinom
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Bösartiger Tumor, der aus der Magenschleimhaut entsteht; in den meisten Fällen ein Adenokarzinom.
Was im Körper passiert
Der Tumor wächst aus der Magenschleimhaut, begünstigt z. B. durch eine chronische Gastritis (Typ A, H.-pylori-Typ-B). Lange macht er kaum Beschwerden. Er wächst früh in das Gewebe ringsum und streut sehr früh über die Lymphbahnen; über das Blut (z. B. in die Leber) erst später. Am Mageneingang stört er früh das Schlucken, am Magenausgang behindert er die Entleerung. Blutet er, entstehen Blutarmut, Teerstuhl oder Bluterbrechen.
Ursachen und Risikofaktoren
- Ernährung: nitratreich (geräuchert, stark gesalzen, gepökelt), ballaststoffarm; Übergewicht
- Chronischer Alkohol- und Tabakkonsum
- Vorerkrankungen: Typ-A-Gastritis, H.-pylori-assoziierte Typ-B-Gastritis, Zustand nach Magenteilresektion
- familiäre Häufung bei etwa 10 %, echte erbliche Formen nur bei wenigen Prozent
Symptome
- Anfangs kaum Beschwerden → meist späte Diagnose
- Tumor am Mageneingang: früh Schluckstörungen
- Tumor am Magenausgang: Zeichen einer Magenausgangsstenose
- Fortgeschritten: Gewichtsverlust, Tumoranämie, Blutung (Teerstuhl, Bluterbrechen), Perforation mit akutem Abdomen, Aszites, Lebermetastasen
Therapie
- Kurativ (Tumor auf den Magen begrenzt): Gastrektomie mit Lymphadenektomie; danach Ösophagojejunostomie
- (Speiseröhre an Jejunum); stadienabhängig weitere Verfahren (s. „Ergänzt“)
- Palliativ: Nahrungspassage offen halten (z. B. Stent), sonst PEG-Sonde
- Prognose: ca. 30 % kurativ operierbar; 5-Jahres-Überleben < 50 %; behandeltes Magenfrühkarzinom > 90 %
Pflege
- Vor OP: Haare im OP-Gebiet nur wenn nötig kürzen (Clipper), nicht rasieren
- Nach Gastrektomie: Oberkörper ca. 30° hoch, Frühmobilisation, Atemtraining (z. B. Triflow)
- Kostaufbau nach AVO: 6–8 kleine Mahlzeiten/Tag (Magen fehlt als Speicher), genug trinken; Selbstbeobachtung
- anleiten, ggf. Ernährungsprotokoll; auf Dumping achten
- Langsam essen, gut kauen; max. 200 ml auf einmal trinken, besser zwischen den Mahlzeiten; nach dem Essen ca. 30
- min hinlegen → bremst zu schnelle Entleerung
- Kalorien um ca. die Hälfte erhöhen (Resorption gestört); Vollkorn (langsam resorbierbar); meiden: viel Zucker, Blähendes, stark Gewürztes/Gesalzenes, Alkohol, Nikotin
- Substitution: Vitamin B12 (ohne Belegzellen kein Intrinsic Factor); Eisen bei ausgeschalteter Duodenalpassage und Eisenmangel
Vorbeugung
- Risikofaktoren meiden (Geräuchertes, Gepökeltes, stark Gesalzenes, Alkohol, Tabak); H.-pylori-Infektion behandeln (s. „Ergänzt“)
Komplikationen
- Tumorblutung, Perforation, Magenausgangsstenose, Aszites, Metastasen
- Frühdumping (ca. 30 min nach dem Essen): Schweißausbrüche, Blutdruckabfall, Tachykardie → flach hinlegen, langsam kleine Mengen essen
- Spätdumping (ca. 2–4 h nach dem Essen): Hypoglykämie → häufige kleine Mahlzeiten
- Vitamin-B12- und Eisenmangel
Ergänzt aus Leitlinien
- H. pylori ist der wichtigste Risikofaktor (ca. 9 von 10 Fällen hängen damit zusammen); die Behandlung der Infektion senkt das Risiko (Quelle: Krebsinformationsdienst 2026; S3-Leitlinie Magenkarzinom 2025)
- Kleiner, auf die Schleimhaut begrenzter Tumor: evtl. endoskopische Entfernung; örtlich fortgeschritten: Chemotherapie vor und nach der OP (perioperativ, z. B. FLOT) (Quelle: Krebsinformationsdienst; S3-Leitlinie Magenkarzinom/DKG 2025) Metastasiert: Chemotherapie, zielgerichtete Antikörper (z. B. Trastuzumab), Immuntherapie; vorher Biomarker am Tumor testen (Quelle: DKG 2025; Krebsinformationsdienst)
- Bei Diagnose ca. 4 von 10 schon metastasiert; relative 5-Jahres-Überlebensrate Frauen ca. 41 %, Männer ca. 36 % (Quelle: Krebsinformationsdienst; RKI Krebsdaten 2026)
- Vitamin B12 nach Gastrektomie regelmäßig als Injektion (i. m.) (Quelle: Krebsinformationsdienst; MSD Manual)
- Spätdumping: Kohlenhydrate kommen zu schnell in den Darm → Blutzucker steigt stark → zu viel Insulin → Unterzuckerung; Frühdumping v. a. nach konzentrierter (hyperosmolarer) Nahrung (Quelle: MSD Manual)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: Krebsinformationsdienst (DKFZ) „Magenkrebs"; S3-Leitlinie Magenkarzinom, Leitlinienprogramm Onkologie 2025; Deutsche Krebsgesellschaft 2025; RKI Zentrum für Krebsregisterdaten „Magenkrebs" 2026; MSD Manual Profi-Ausgabe; KRINKO-Empfehlung Prävention postoperativer Wundinfektionen, RKI 2018. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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