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Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkuskrankheit)
Gastroduodenale Ulkuskrankheit, peptisches Ulkus; Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Geschwür (Ulkus) in Magen oder Zwölffingerdarm (Duodenum), das bis in die Muskelschicht der Organwand reicht.
Was im Körper passiert
Eine Schleimschicht schützt die Wand von Magen und Duodenum vor der Magensäure. Überwiegt die Säure oder fehlt der Schutz, schädigt die Säure die eigene Wand. NSAR und ASS hemmen Prostaglandin → weniger Schutzschleim. Glukokortikoide senken die Schleimbildung ebenfalls; NSAR plus Glukokortikoide sind besonders ungünstig. Helicobacter pylori hält eine Entzündung der Schleimhaut aufrecht. Ein Gastrinom bildet ständig Gastrin → viel Säure → schwere, kaum behandelbare Ulzera. Greift das Geschwür ein Gefäß an, blutet es; geht es durch die ganze Wand, bricht der Magen durch (Perforation).
Ursachen und Risikofaktoren
- NSAR/ASS; Risiko besonders hoch zusammen mit Glukokortikoiden
- Helicobacter pylori (Typ-B-Gastritis)
- Noxen wie Alkohol, Nikotin, Gallereflux (Typ-C-Gastritis)
- Minderdurchblutung, z. B. nach schwerem Trauma (Stress)
- Selten: Gastrinom (zu viel Magensäure)
Symptome
- Oberbauchbeschwerden, oft unspezifisch
- Bluterbrechen (Hämatemesis), Teerstuhl → Blutung aus dem Geschwür
- Schockzeichen bei starker Blutung: Unruhe, Blässe, Kaltschweißigkeit, Tachykardie
Therapie
- H. pylori positiv → Eradikationstherapie
- PPI: hemmen die Säurebildung, das Geschwür kann abheilen
- Auslöser weglassen: NSAR möglichst absetzen, Alkohol und Nikotin meiden
- Gastrinom: Tumor operativ entfernen, PPI hochdosiert
- Sofortmaßnahmen bei Blutung: Arzt sofort informieren, Vitalzeichen engmaschig, PPI i. v. und rasche Gastroskopie nach AO (s. „Ergänzt“)
Pflege
- Beobachten: Schmerzen, Stuhl (Teerstuhl?), Erbrochenes (Hämatemesis), Vitalzeichen → Blutung oder Durchbruch
- früh erkennen
- Medikamente nach AO regelmäßig (PPI, Eradikation); Kontroll-Magenspiegelungen einhalten
- Beraten: Alkohol und Nikotin meiden; keine NSAR ohne ärztliche Rücksprache (Ulkus = Kontraindikation);
- Verträglichkeit der Nahrung testen, ggf. Essensprotokoll; ggf. Stressabbau/Gesprächstherapie
Vorbeugung
- Bei längerer NSAR-Einnahme PPI als „Magenschutz"; NSAR nach dem Essen einnehmen; NSAR nicht mit Glukokortikoiden kombinieren
- Coxibe haben ein geringeres Ulkusrisiko als klassische NSAR
Komplikationen
- Ulkusblutung (obere Gastrointestinalblutung)
- Perforation → akutes Abdomen, Peritonitis
Ergänzt aus Leitlinien
- Häufigste Ursachen: H. pylori (> 50 % der Duodenalulzera) und NSAR/ASS (> 50 % der Magenulzera); Rauchen
- erhöht das Risiko (Quelle: MSD Manual; gesund.bund.de „Magengeschwür")
- Schmerzmuster: Duodenalulkus – Essen lindert, Schmerz kommt 2–3 h danach zurück; Magenulkus – Essen kann den Schmerz verstärken; Ältere oft kaum Beschwerden (Quelle: MSD Manual)
- Magenulkus: Biopsie zur Abgrenzung von Krebs; weitere Komplikationen: Penetration, Magenausgangsstenose (Quelle: MSD Manual)
- PPI über 4–8 Wochen; OP nur bei Komplikationen (Quelle: gesund.bund.de „Magengeschwür"; MSD Manual)
- Perforation: plötzlicher heftiger Bauchschmerz (akutes Abdomen); Röntgen zeigt in 50–75 % freie Luft unter dem Zwerchfell; sofortige OP (Quelle: MSD Manual)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: MSD Manual Profi-Ausgabe „Peptische Ulkuskrankheit", „Akute Perforation des Gastrointestinaltrakts"; gesund.bund.de „Magengeschwür" 2022; S2k-Leitlinie Gastrointestinale Blutung, DGVS 2025. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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