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Lungenödem
kardiales (herzbedingtes) Lungenödem; Lungenstauung bei akuter Linksherzinsuffizienz
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe und in den Lungenbläschen. Meist Folge einer akuten Linksherzschwäche – ein lebensbedrohlicher Notfall.
Was im Körper passiert
Das linke Herz wirft nicht mehr genug Blut aus. Das Blut staut sich zurück in die Lunge, der Druck in den Lungengefäßen steigt. Flüssigkeit aus dem Blut tritt ins Lungengewebe und in die Lungenbläschen über. Die nassen Bläschen tauschen kaum Gas aus → Sauerstoffmangel, schwerste Atemnot. Die Flüssigkeit in den Atemwegen hört man als Brodeln; abgehustet wird schaumiges Sekret.
Ursachen und Risikofaktoren
- akute Linksherzinsuffizienz, v. a. durch Herzinfarkt/akutes Koronarsyndrom
- Entgleisung einer chronischen Herzinsuffizienz (z. B. zu viel Flüssigkeit, Medikamente nicht genommen)
- hypertensiver Notfall, Herzrhythmusstörungen, akuter Klappenfehler
- Überwässerung, z. B. durch Infusionen
Symptome
- schwerste Atemnot, Orthopnoe, schnelle Atmung → Wasser in den Lungenbläschen
- Husten mit schaumigem, evtl. blutig gefärbtem Auswurf
- Rasseln/Brodeln, oft ohne Stethoskop hörbar
- Zyanose, Blässe, starkes Schwitzen, Tachykardie
- Unruhe, Erstickungsangst
Therapie
- Sofortmaßnahmen: Arzt/Notarzt, nicht allein lassen, beruhigen; Herzbettlage (Oberkörper hoch, Beine tief), wenn RR syst. > 100 mmHg; enge Kleidung öffnen; Monitor-EKG, RR, SpO2; i. v.-Zugang vorbereiten
- O2 bei SpO2 < 90 %; bei Atemnot CPAP/NIV
- Schleifendiuretikum i. v. (z. B. Furosemid, Torasemid) → schwemmt Wasser aus
- Nitrat (z. B. Nitrospray) bei RR syst. ≥ 110 mmHg → senkt die Vorlast
- Katecholamine (Dobutamin, Noradrenalin) nur bei Hypotonie mit Minderdurchblutung bzw. kardiogenem Schock
- Ursache behandeln (z. B. Herzkatheter bei Infarkt)
Pflege
- Herzbettlage halten, Ruhe vermitteln, nicht allein lassen
- überwachen: AF, SpO2, Puls, RR, Bewusstsein, Auswurf, Ausscheidung
- Flüssigkeitsbilanz oder tägliches Wiegen; Trinkmengenbegrenzung nach Anordnung; dabei Obstipationsprophylaxe
- Schulung bei Herzinsuffizienz: Warnzeichen der Dekompensation (weniger belastbar, nächtliche Atemnot, zunehmende Ödeme) → Arzt
Vorbeugung
- Herzinsuffizienz gut behandeln, Medikamente regelmäßig
- tägliches Wiegen, Einfuhr (auch Infusionen) bilanzieren
Komplikationen
- respiratorische Insuffizienz → Intubation und Beatmung
- kardiogener Schock, Kammerflimmern, Kreislaufstillstand
Ergänzt aus Leitlinien
- Steigt der Füllungsdruck links plötzlich, tritt Plasma aus den Lungenkapillaren ins Interstitium und in die Alveolen; Auslöser zu 30–40 % akute Koronarischämie, sonst u. a. dekompensierte Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Klappenerkrankung, Überwässerung durch Infusionen (Quelle: MSD Manual Lungenödem 10/2025)
- Typisch auch Erstickungsgefühl, blutig tingierter Auswurf, Blässe, starkes Schwitzen; Diagnostik mit Röntgen, BNP/NT-proBNP, EKG, Herzecho, Pulsoxymetrie/BGA (Quelle: MSD Manual 2025) O2 bei SpO2 < 90 %; nicht-invasive Beatmung bei Atemnot erwägen; Schleifendiuretika i. v. bei Flüssigkeitsüberladung; Vasodilatatoren bei RR syst. ≥ 110 mmHg (Quelle: DGK/ESC-Pocket-LL Herzinsuffizienz 2021) CPAP/NIV oder High-Flow sind beim kardialen Lungenödem Alternativen zur einfachen O2-Gabe (Quelle: S3-LL Sauerstoff, DGP 2021)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: DGK/ESC-Pocket-Leitlinie Herzinsuffizienz (2021); ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz (2021); MSD Manual Lungenödem (10/2025); S3-LL Sauerstoff in der Akuttherapie (DGP 2021). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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