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Lungenembolie
LE; Lungenarterienembolie; Pulmonalembolie
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Verschluss einer Lungenarterie oder ihrer Äste durch eingeschwemmtes Material (Embolus). Meist ist es ein Blutgerinnsel aus den tiefen Bein- oder Beckenvenen, selten Fett, Luft oder ein Fremdkörper.
Was im Körper passiert
Ein Thrombus löst sich, wandert mit dem venösen Blut durch das rechte Herz und bleibt in einer Lungenarterie stecken. Der betroffene Lungenabschnitt wird noch belüftet, aber nicht mehr durchblutet → weniger Sauerstoff im Blut. Die Atmung wird reflektorisch schneller. Das rechte Herz muss gegen einen hohen Druck arbeiten → Überlastung. Bei großer Embolie versagt es → Blutdruckabfall, Schock, Kreislaufstillstand.
Ursachen und Risikofaktoren
- tiefe Venenthrombose (Virchow-Trias) als Hauptquelle
- Risiken: OP, Hüft-/Beinfraktur, Immobilität (> 3 Tage Bettruhe), frühere TVT, Krebs, Thrombophilie, Herzerkrankung, hormonelle Verhütung, Schwangerschaft, Adipositas, hohes Alter
Symptome
- plötzliche Atemnot, schnelle Atmung → Sauerstoffmangel
- Brustschmerz beim Einatmen/Husten, Hustenreiz, evtl. blutiger Auswurf
- Tachykardie, Blutdruckabfall, gestaute Halsvenen → rechtes Herz überlastet
- starke Angst, Unruhe, Zyanose, Schwindel, Synkope bis Schock
Therapie
- Sofortmaßnahmen: Notruf/Arzt, nicht allein lassen, Oberkörper hoch, beruhigen, enge Kleidung öffnen, AF/Puls/RR/SpO2 kontrollieren, O2 nach Anordnung und Sättigung, i. v.-Zugang vorbereiten, keine i. m.-Injektion
- Antikoagulation schon bei Verdacht (z. B. Heparin), danach mehrere Monate (z. B. DOAK)
- Hochrisiko (Schock): sofort systemische Thrombolyse; bei Kontraindikation Katheter- oder OP-Embolektomie
- intermediäres Risiko: Antikoagulation und Überwachung, keine Routine-Lyse
Pflege
- überwachen: Atmung, SpO2, Puls, RR, Bewusstsein, Schmerz
- unter Antikoagulation/Lyse: Blutungszeichen, keine i. m.-Injektionen
- Mobilisation nach ärztlicher Anordnung
- Angst ernst nehmen, Ruhe vermitteln
- Schulung: Medikamente regelmäßig, Warnzeichen von TVT/LE, Bewegung, Nikotinverzicht, östrogenhaltige Pille meiden
Vorbeugung
- konsequente Thromboseprophylaxe (Basismaßnahmen, MTPS, Heparin nach Risiko)
- nach OP und bei Immobilität früh mobilisieren; Beine nie ausstreichen
Komplikationen
- Rechtsherzversagen, Schock, Kreislaufstillstand
- Rezidiv; Blutung durch Antikoagulation oder Lyse
- hohe Sterblichkeit
Ergänzt aus Leitlinien
- Fast alle Embolien stammen aus Bein-/Beckenvenen; der Verschluss belastet das rechte Herz und stört den Gasaustausch (Quelle: MSD Manual Lungenembolie 01/2026)
- Stufendiagnostik: klinische Wahrscheinlichkeit → D-Dimer (normal schließt LE bei niedriger/mittlerer Wahrscheinlichkeit aus) → CT-Pulmonalisangiografie; instabil: Herzecho + Beinvenensonografie (Quelle: S2k-LL
- Venenthrombose/Lungenembolie, DGA 2023)
- Antikoagulation sofort bei Verdacht beginnen (Quelle: MSD Manual 2026)
- Hochrisiko-LE (Schock, anhaltende Hypotonie): systemische Lyse ohne Verzug; intermediär: Antikoagulation +
- Überwachung, keine Routine-Lyse (Quelle: S2k-LL 2023)
- Bis zu 20 % sterben innerhalb von 90 Tagen (Quelle: MSD Manual 2026)
- Risikofaktoren u. a. Hüft-/Beinfraktur, Krebs, hormonelle Verhütung, > 3 Tage Bettruhe (Quelle: gesund.bund.de Lungenembolie 2022)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: S2k-LL Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie (DGA 2023); S3-LL Sauerstoff in der Akuttherapie (DGP 2021); MSD Manual Lungenembolie (01/2026); gesund.bund.de Lungenembolie (12/2022). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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