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Koronare Herzkrankheit und Angina pectoris
KHK · Angina pectoris (AP, „Brustenge“) · chronisches Koronarsyndrom (CCS) · 1-, 2- oder 3-Gefäß-Erkrankung
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Bei der KHK engt Arteriosklerose die Herzkranzgefäße ein; deshalb erhält der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff (Myokardischämie). Leitsymptom ist die Angina pectoris: plötzlich einsetzendes Engegefühl oder Druck im Brustkorb.
Was im Körper passiert
Fett und Kalk lagern sich als Plaques in der Wand der Koronararterien ab. Das Gefäß wird eng und starr. In Ruhe reicht das Blut oft noch. Bei Belastung, Kälte, Stress oder nach üppigem Essen braucht das Herz mehr Sauerstoff – dann fehlt er, und der Herzmuskel schmerzt. Bekommt eine Plaque einen Riss, lagert sich dort geronnenes Blut an (Thrombus) – das Gefäß kann ganz zugehen (Herzinfarkt).
Ursachen und Risikofaktoren
- Arteriosklerose der Koronararterien
- Risikofaktoren: Rauchen, Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Alter über 65 J., Mann, Veranlagung in der Familie; dazu fettreiche Kost, Übergewicht, Stress
Symptome
- Druck, Enge, Brennen hinter dem Brustbein → Sauerstoffmangel im Herzmuskel
- Ausstrahlung in linken Arm, Schulter, Unterkiefer, Oberbauch
- Atemnot, Angst, geringe Belastbarkeit, evtl. Schwitzen, Erbrechen
- Frauen und über 75-Jährige: eher Atemnot, Erschöpfung, Übelkeit, Magenbeschwerden
- CCS: nur bei Belastung, Nitro hilft rasch
- instabile AP: neu, zunehmend oder in Ruhe, Nitro hilft kaum → akutes Koronarsyndrom
Therapie
- Ziel: Fortschreiten stoppen (Tertiärprävention); Arteriosklerose ist nicht heilbar
- Risikofaktoren senken; Engstellen per PTCA mit Stent oder Bypass
- Medikamente: Nitrate (Gefäße weit, Herz entlastet), Betablocker (weniger Sauerstoffbedarf), ASS/Clopidogrel (gegen Thromben), Statine (Cholesterin ↓)
- Sofortmaßnahmen AP-Anfall: Ruhe bewahren, Arzt rufen, nicht allein lassen; Oberkörper hoch bzw. Herzbettlage; enge Kleidung öffnen, Frischluft
- vor Nitro RR messen: nicht bei RR syst. unter 90 mmHg oder Zeichen einer Hypotonie
- Puls eine volle Minute zählen; Monitor-EKG, SpO2, 12-Kanal-EKG; Sauerstoff nur bei SpO2 unter 90 %; i. v.-Zugang vorbereiten; Defibrillator bereit
- instabile AP bis zum Beweis des Gegenteils wie Herzinfarkt behandeln
Pflege
- Mikroschulung: Warnsignale, Nitro richtig anwenden, sofort Notarzt; Nitrospray nicht in der Hosentasche
- (wärmeempfindlich)
- Nebenwirkungen: Nitrate → Kopfschmerz, RR-Abfall; Betablocker → Bradykardie
- Beratung: Bewegung nach individueller ärztlicher Belastungseinschätzung; ballaststoffreiche Ernährung mit wenig gesättigten Fetten. Alkohol möglichst vermeiden: Es gibt keine gesundheitlich sichere Alkoholmenge. (Quelle: DGE Alkohol-Position 2024)
- Hausnotruf/AAL, DMP KHK; auf Depression achten (höheres Sterberisiko)
Vorbeugung
- Rauchstopp, gesunde Kost, wenig Salz, Bewegung; Blutdruck, LDL und Diabetes einstellen
- jährliche Grippeimpfung
Komplikationen
- akutes Koronarsyndrom (instabile AP, Herzinfarkt)
- Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herzstillstand, Herzinsuffizienz
Ergänzt aus Leitlinien
- Typische AP = alle 3 Merkmale: kurze Beschwerden hinter dem Brustbein, ausgelöst durch körperliche oder seelische Belastung, besser in Ruhe oder wenige Minuten nach Nitrat (Quelle: NVL Chronische KHK 2024)
- Nitro unter die Zunge wirkt nach 1,5–3 min, nach ca. 5 min ist man beschwerdefrei (Quelle: MSD Manual Angina pectoris 2025)
- Schmerz länger als 5 Minuten → sofort 112, nicht selbst fahren (Quelle: Deutsche Herzstiftung)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: NVL Chronische KHK 2024 mit Patientenleitlinie; Deutsche Herzstiftung (Angina pectoris, Herzinfarkt-Anzeichen); MSD Manual Angina pectoris 2025; ESC-Leitlinie ACS 2023 (DGK-Pocket); ergänzende Korrekturquellen: DGE Alkohol-Position 2024. Korrigierte Abschnitte abgerufen am 30.09.2026. Stand 30.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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