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Kopfläuse (Pediculosis capitis)
Kopflausbefall, Pedikulosis (Pedikulose); Erreger: Kopflaus (Pediculus humanus capitis); weitere Lausarten: Filzläuse, Kleiderläuse
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Pedikulosis ist die Besiedlung des Menschen mit Läusen; nach dem Ort der Eiablage unterscheidet man Kopf-, Filz- und Kleiderläuse. Beim Kopflausbefall leben die Läuse im Kopfhaar.
Was im Körper passiert
Kopfläuse leben im Kopfhaar und saugen mehrmals am Tag Blut aus der Kopfhaut. Die Stiche jucken; durch Kratzen wird die Haut wund und es entsteht ein Ekzem. Die Weibchen kleben ihre Eier (Nissen) wasserunlöslich nah an der Kopfhaut an die Haare – normales Shampoo beseitigt den Befall nicht. Nach etwa 7–8 Tagen schlüpfen Larven, nach weiteren 9–11 Tagen sind sie geschlechtsreif. Ohne Blut sterben Läuse meist nach 2, spätestens nach 3 Tagen.
Ursachen und Risikofaktoren
- direkter Kontakt: Läuse gehen von Kopf zu Kopf über indirekt über Kleidung, Bettwäsche oder gemeinsam benutzte Textilien
- Filzläuse werden v. a. beim Geschlechtsverkehr übertragen
Symptome
- Ekzem der Kopfhaut → Läusestiche und Kratzen
- Juckreiz, typische Stellen, Lymphknoten → siehe „Ergänzt“
Therapie
- meist ambulant; im Krankenhaus Betroffene isolieren
- geprüftes Kopflausmittel: Dimeticon (wirkt physikalisch, keine Resistenzen) oder Insektizid wie Permethrin (Resistenzen kommen vor)
- Tag 1: Mittel anwenden, danach Haar mit Pflegespülung nass mit dem Nissen-/Läusekamm auskämmen
- Tag 5: erneut nass auskämmen → entfernt nachgeschlüpfte Larven
- Tag 8–10: Mittel wiederholen und auskämmen → tötet spät geschlüpfte Larven, bevor sie Eier legen
- Ekzem mit Glukokortikoid behandeln, danach rückfettende Lotion
Pflege
- Handschuhe und Schutzkittel; Kittel dicht verschlossen im Plastiksack entsorgen
- Hände nach Kontakt mit Seife gründlich reinigen – Desinfektionsmittel wirkt gegen Läuse nicht Patientenwäsche nach jeder Lokalbehandlung wechseln, über 60 °C waschen
- nicht Waschbares (Mützen, Schals) im verschlossenen Plastiksack 3 Tage lagern
- Eltern anleiten: Schema und Einwirkzeit genau einhalten, Wiederholung nicht vergessen
Vorbeugung
- Kontaktpersonen (Familie, Kita, Schule) 14 Tage lang möglichst täglich nass auskämmen und kontrollieren; nur sehr enge Kontaktpersonen vorbeugend mitbehandeln
Komplikationen
- Ekzem, das sich bakteriell infizieren kann erneuter Befall und Weitergabe, wenn die Wiederholung fehlt
Ergänzt aus Leitlinien
- Biologie und Schema: Läuse (2–3 mm) saugen mehrmals täglich Blut; Larven schlüpfen nach 7–8 Tagen, sind nach 9–11 Tagen geschlechtsreif → Wiederholung an Tag 8–10, Kontrolle durch nasses Auskämmen an Tag 13 und 17;
- typische Fehler: zu kurz eingewirkt, zu wenig Mittel, zu nasses Haar, Wiederholung vergessen (Quelle: RKI-Ratgeber Kopflausbefall 2025)
- Übertragung meist direkt von Haar zu Haar, selten über kurz nacheinander benutzte Kämme, Mützen, Schals; v. a.
- Grundschulkinder (7–9 Jahre); hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun (Quelle: RKI 2025)
- Symptome: Juckreiz als Leitsymptom, Kratzspuren, Krusten; Ekzem hinter den Ohren, am Hinterkopf, im Nacken, oft bakteriell infiziert; geschwollene Lymphknoten am Hals; Kopfläuse übertragen bei uns keine Krankheitserreger (Quelle: RKI 2025)
- Diagnose: Haar mit Wasser und Pflegespülung anfeuchten, mit Läusekamm (Zinken höchstens 0,2 mm auseinander)
- auskämmen; aktiver Befall nur bei lebenden Läusen; Nissen über 1 cm von der Kopfhaut sind meist leer (Quelle: RKI 2025)
- Mittel: Insektizide (z. B. Permethrin, Pyrethrum) oder Dimeticon (Silikonöl, erstickt die Läuse); Schwangere/Stillende nur nass auskämmen; Essigwasser und Sauna wirken nicht (Quelle: RKI 2025; gesundheitsinformation.de (IQWiG) 2025) Kita/Schule wieder nach korrekter Erstbehandlung; die Leitung benachrichtigt das Gesundheitsamt (§ 34 Abs. 6 IfSG) (Quelle: RKI 2025)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: RKI-Ratgeber Kopflausbefall (Epid Bull 1/2025); RKI: Resistenz gegen Pyrethroide bei Kopfläusen (2022); gesundheitsinformation.de (IQWiG): Was tun bei Kopfläusen? (2025). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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