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Knochenbruch (Fraktur)
Fraktur · offene / geschlossene Fraktur · Spontanfraktur bzw. pathologische Fraktur
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Bei einer Fraktur ist ein Knochen gebrochen. Offene Fraktur: Über dem Bruch ist die Haut verletzt. Geschlossene Fraktur: Die Haut ist intakt.
Was im Körper passiert
Bricht ein Knochen, reißen auch Muskeln, Bänder, Fettgewebe oder Haut darum herum – meist blutet es ins Gewebe. Das Gebiet schwillt an und schmerzt. Bei einer geschlossenen Fraktur mit Weichteilschaden kann der Druck in einer Muskelloge gefährlich steigen (Kompartmentsyndrom). Im Alter werden die Knochenbälkchen schmaler und weniger – schon ein leichter Sturz kann dann einen Bruch verursachen.
Ursachen und Risikofaktoren
- Gewalteinwirkung bei Unfall oder Sturz
- im Alter: leichte Stürze, weil die Knochen weniger stabil sind geschwächter Knochen: Osteoporose, Knochenabbau bei Nebenschilddrüsenüberfunktion oder chronischer
- Niereninsuffizienz, lange Heparintherapie (Spontanfrakturen)
Symptome
- Schmerz, Schonhaltung
- Schwellung, Bluterguss → Blutung aus verletztem Weichteilgewebe
- offene Fraktur: Wunde über dem Bruch, evtl. starke Blutung
- Kinder: Seitenunterschied in Haltung und Bewegung kann auf eine übersehene Fraktur hinweisen
Therapie
- Erste Hilfe: Unfallstelle sichern, Selbstschutz; Vitalparameter prüfen, Notruf; ggf. Reanimation; bewusstlos mit ausreichender Atmung → stabile Seitenlage
- Bruch mit Polstermaterial (z. B. Decken) ruhigstellen
- offene Fraktur steril abdecken; Blutung mit Druckverband stillen; Fremdkörper nicht entfernen; kein Puder, keine Salbe, kein Spray
- geschlossene Fraktur kühlen → lindert Schmerz
- starke Schmerzmittel, präklinisch z. B. Esketamin
Pflege
- Schmerz, Schwellung, Hautfarbe und Wärme der verletzten Gliedmaße regelmäßig beobachten
- (Kompartmentsyndrom?)
- Sturzprophylaxe, v. a. bei älteren Menschen
Vorbeugung
- Sturzprophylaxe; Osteoporose-Risiko beachten (z. B. lange Heparintherapie)
Komplikationen
- Blutverlust bis Volumenmangelschock
- Kompartmentsyndrom bei geschlossener Fraktur mit Weichteilschaden
- Verletzung peripherer Nerven
- Infektion bei offener Fraktur
- verzögerte Heilung, z. B. unter Cumarinen
Ergänzt aus Leitlinien
- Frakturzeichen: sofortiger Schmerz, Schwellung (über Stunden), Bluterguss, Fehlstellung, abnorme Beweglichkeit, Knochenreiben (Krepitation), Funktionsverlust (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- Ursachen: meist eine starke Krafteinwirkung; pathologische Fraktur schon bei geringer Kraft, wenn der Knochen
- geschwächt ist (Osteoporose, Krebs, Infektion, Knochenzyste); Stressfraktur durch wiederholte mäßige Belastung (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- Diagnostik: Durchblutung, Motorik, Sensibilität prüfen; Röntgen immer in 2 Ebenen; CT oder MRT, wenn der Bruch
- klinisch vermutet, aber im Röntgen nicht sichtbar ist (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- Therapie: Reposition (geschlossen oder offen), Ruhigstellung (Schiene, Gips, Schlinge), ggf. Osteosynthese mit Stiften, Schrauben, Platten; Kühlen, Hochlagern, Schmerztherapie; der Knochen heilt über Kallusbildung (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- Kompartmentsyndrom: Druck in der geschlossenen Muskelloge drosselt die Durchblutung; Zeichen: Schmerz stärker
- als die Verletzung erklärt, Blässe, Kribbeln, Kälte, Pulslosigkeit → sofort Arzt, Gips und Polster müssen eröffnet werden; Gliedmaße in Gefahr (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- weitere Komplikationen: Fettembolie (v. a. Oberschenkelbruch), Thromboembolie (Hüfte, Becken), großer Blutverlust (Becken, Oberschenkel), Pseudarthrose; offene Fraktur: Tetanusschutz und Breitspektrum-Antibiotikum innerhalb von 1 Stunde (Quelle: MSD Manual Frakturen 2025)
- 3 Merksätze
- 1. Jeder Bruch verletzt auch die Weichteile → Blutung und Schwellung; bei geschlossener Fraktur droht ein Kompartmentsyndrom.
- 2. Erste Hilfe: gepolstert ruhigstellen, offene Fraktur steril abdecken, geschlossene kühlen, Fremdkörper belassen. 3. Durchblutung, Motorik und Sensibilität regelmäßig prüfen; zunehmender, übermäßiger Schmerz unter dem Gips → sofort Arzt.
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: MSD Manual Profi: Überblick über Frakturen (2025). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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