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Impetigo contagiosa (Borkenflechte)
ansteckende Borkenflechte, Grindflechte
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Hoch ansteckende Hautinfektion mit Bakterien (Staphylococcus aureus oder Streptokokken), die nur die oberen Hautschichten betrifft. Kinder erkranken häufig.
Was im Körper passiert
Die Bakterien werden als Schmierinfektion übertragen. Sie vermehren sich in den obersten Hautschichten und lösen dort eine Entzündung aus. Es bilden sich Bläschen und Pusteln. Diese platzen, die Flüssigkeit trocknet zu goldgelben Krusten ein. Die Herde jucken. Wer kratzt, trägt die Erreger mit den Fingern auf andere Körperstellen und andere Menschen weiter.
Ursachen und Risikofaktoren
- Erreger: Staphylococcus aureus, Streptokokken
- Übertragung: Schmierinfektion
Symptome
- zuerst Bläschen oder Pusteln, v. a. an Gesicht und Händen
- nach dem Platzen großflächige goldgelbe Krusten → eingetrockneter Blaseninhalt
- Juckreiz → Kratzen verteilt die Erreger
Therapie
- wenige Herde: antiseptische Umschläge und antibiotische Salbe (z. B. Fusidinsäure); beides löst auch die Krusten ausgedehnter Befall oder Lokaltherapie ohne Erfolg: Antibiotikum systemisch
Pflege
- bei Kontakt Einmalhandschuhe und Schutzkittel, konsequente Händehygiene
- juckende Herde abdecken → Erreger werden nicht verschleppt
- nässende Herde: täglich waschen mit antiseptischem Syndet
- gegen erneute Ansteckung: Bettwäsche, Handtücher, ggf. Kleidung täglich wechseln; Abwurf in den Sack für infektiöse Wäsche
Vorbeugung
- Hygieneregeln für Betroffene und Familie (s. „Ergänzt“)
Komplikationen
- Ausbreitung auf andere Hautstellen und Personen
- Glomerulonephritis nach Streptokokken-Infektion; Ausbreitung in die Tiefe (s. „Ergänzt“)
Ergänzt aus Leitlinien
- § 34 Infektionsschutzgesetz: Betroffene dürfen Kita oder Schule nicht besuchen und dort nicht arbeiten;
- Wiederzulassung 24 h nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie, wenn die Symptome abklingen; ohne Antibiotikum erst nach Abheilung (Quelle: RKI-Ratgeber Streptococcus pyogenes 2024; Gesundheitsinformation.de 2023) Diagnose meist Blickdiagnose, Kultur nur bei fehlendem Ansprechen; Formen: kleinblasig (um Mund und Nase) und großblasig/bullös (Hals, Rumpf, Windelbereich; Giftstoff von Staphylokokken) (Quelle: MSD Manual Profi, Impetigo 2023; Gesundheitsinformation.de 2023)
- Inkubationszeit ca. 2–10 Tage; Krusten heilen ohne Narben ab (Quelle: Gesundheitsinformation.de, Borkenflechte 2023) Typisch ist kein Fieber; bei Fieber an Befall tieferer Gewebeschichten denken (Quelle: RKI-Ratgeber 2024)
- Folgeerkrankung: akute Glomerulonephritis ca. 3 Wochen nach Hautinfektion mit Streptococcus pyogenes (Quelle: RKI-Ratgeber 2024) Vorbeugung: Hände oft mit Seife waschen, eigene Handtücher, Fingernägel kurz (Quelle: Gesundheitsinformation.de 2023) 3 Merksätze
- 1. Geplatzte Bläschen → goldgelbe Krusten = Impetigo contagiosa.
- 2. Sehr ansteckend (Schmierinfektion) → Handschuhe, Kittel, Händehygiene, Herde abdecken, Wäsche täglich wechseln.
- 3. Kita und Schule frühestens 24 h nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie (§ 34 IfSG).
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: RKI-Ratgeber Streptococcus pyogenes-Infektionen, 2024; Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Borkenflechte (Impetigo), 2023; MSD Manual Profi-Ausgabe: Impetigo und Ecthyma, 2023. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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