Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Frühgeburt und Frühgeborenes
Schwangerschaft, Geburt und Neugeborene · Frühgeburt, Frühgeborenes, Frühchen, neonatologische Pflege
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Je früher die Geburt erfolgt, desto unreifer können Organe und Regulationssysteme des Neugeborenen sein und desto intensiver kann die Unterstützung nach der Geburt ausfallen.
Was im Körper passiert
Vor allem Lunge, Gehirn, Verdauung, Haut, Immunsystem und Temperaturregulation reifen in den letzten Schwangerschaftswochen weiter. Frühgeborene müssen deshalb Funktionen, die im Mutterleib noch unterstützt würden, teilweise selbst übernehmen.
Ursachen und Risikofaktoren
- vorzeitige Wehen oder vorzeitiger Blasensprung
- Infektionen und andere mütterliche oder fetale Erkrankungen
- Mehrlingsschwangerschaft und bestimmte Plazentaprobleme
- manchmal medizinisch notwendige vorzeitige Entbindung zum Schutz von Mutter oder Kind
- Bei einem Teil der Frühgeburten bleibt die genaue Ursache unklar.
Symptome
- je nach Reife: Atemprobleme, Apnoen oder erhöhter Sauerstoffbedarf
- instabile Körpertemperatur
- schwache Saug-Schluck-Koordination und erschwerte Nahrungsaufnahme
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Infektionen und Reizüberflutung
- mögliche Kreislauf- und Stoffwechselinstabilität
Therapie
- Wärmeerhalt und entwicklungsangepasste neonatologische Versorgung
- bei Bedarf Atemunterstützung bis hin zu nichtinvasiver oder invasiver Beatmung
- angepasste Ernährung, gegebenenfalls über Sonde oder Infusion
- Behandlung auftretender Komplikationen durch das neonatologische Team
Pflege
- Wärme, Atmung, Hautfarbe, Kreislauf und Nahrungsaufnahme besonders aufmerksam beobachten.
- Reize reduzieren und Pflegehandlungen bündeln, wenn dies zum individuellen Entwicklungsplan passt.
- Eltern früh einbeziehen und Hautkontakt beziehungsweise Känguruhen unterstützen, sobald Zustand und Standard dies zulassen.
- Hygienemaßnahmen konsequent umsetzen und Zugänge, Sonden und Haut besonders sorgfältig beobachten.
Vorbeugung
- Regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge kann Risiken und drohende Frühgeburt früher erkennen.
- Bei drohender Frühgeburt richten sich vorbeugende und geburtshilfliche Maßnahmen nach Schwangerschaftswoche und individueller Situation.
Komplikationen
- Atemnotsyndrom und Apnoen
- Infektionen
- Probleme mit Temperatur, Ernährung und Stoffwechsel
- je nach Reife erhöhtes Risiko neurologischer, intestinaler, ophthalmologischer und langfristiger Entwicklungsprobleme
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: Frühgeborenenpflege verbindet engmaschige Beobachtung mit Entwicklungsförderung und konsequenter Einbeziehung der Eltern.
- Je unreifer das Kind ist, desto wichtiger sind kleine Veränderungen von Atmung, Temperatur, Hautfarbe und Verhalten.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – familienplanung.de, Frühgeburt und Frühgeborene, abgerufen am 01.10.2026; AWMF-Registernummer 015-025 – Prävention und Therapie der Frühgeburt, Leitlinienprogramm, aktuelle Überarbeitung 2025/2026. Stand 01.10.2026.
In der App lernenVollversion ansehen