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COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
COPD (engl. chronic obstructive pulmonary disease); chronisch obstruktive Lungenerkrankung
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Chronische, meist fortschreitende Erkrankung der Atemwege und der Lunge. Kennzeichen ist eine Atemwegsverengung, die auch nach bronchienerweiternden Medikamenten nicht vollständig zurückgeht.
Was im Körper passiert
Eingeatmete Schadstoffe, v. a. Tabakrauch, halten eine Entzündung in Bronchien und Lunge in Gang. Entzündungszellen setzen eiweißspaltende Stoffe frei, die das Gewebe zerstören: Wände der Lungenbläschen gehen zugrunde (Emphysem), die Lunge verliert ihre Elastizität, die Bronchien sind eng und verschleimt. Beim Ausatmen bleibt Luft gefangen → Überblähung, mehr Atemarbeit, Atemnot. Später sinkt der Sauerstoff, CO2 steigt, das rechte Herz wird belastet (Cor pulmonale).
Ursachen und Risikofaktoren
- Rauchen (auch passiv) – wichtigste Ursache
- Stäube/Schadstoffe am Arbeitsplatz, Luftverschmutzung
- Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (erblich; Emphysem schon im jungen Erwachsenenalter)
Symptome
- „AHA“: Atemnot bei Belastung, Husten, Auswurf → Entzündung, Schleim, enge Bronchien
- Lippenbremse, Fassthorax → Überblähung
- Zyanose, Gewichtsverlust
- spät: gestaute Halsvenen, Beinödeme → Cor pulmonale
- Exazerbation: akute, mind. 2 Tage anhaltende Verschlechterung (mehr Atemnot, Husten, Auswurf)
Therapie
- Rauchstopp – wichtigste Maßnahme (Verhaltenstherapie + Medikamente)
- Langwirksame Bronchodilatatoren (LAMA/LABA, auch kombiniert) sind die medikamentöse Basis. Inhalative Kortikosteroide (ICS) kommen bei ausgewählten Personen mit fortbestehenden Exazerbationen als zusätzliche Dauertherapie infrage; die Indikation stellt der Arzt. Keine alleinige Akutbehandlung. (Quelle: NVL COPD 2. Auflage 2021)
- Training, Lungensport, Reha, Schulung, Atemphysiotherapie
- Langzeit-Sauerstofftherapie bei pO2 ≤ 55 mmHg in Ruhe
- Sofortmaßnahmen bei Atemnot: aufrecht (Kutschersitz), Lippenbremse, beruhigen, kurz wirksamen
- Bronchienerweiterer inhalieren (z. B. Salbutamol), Arzt; O2 nur nach Anordnung, Ziel-SpO2 88–92 %; ärztlich: Kortison systemisch, Antibiotika bei eitrigem Auswurf, NIV bei CO2-Anstieg
Pflege
- atemerleichternde Positionen, Lippenbremse, atemvertiefende Übungen
- Sekret lösen: Flüssigkeit, Inhalation, Huffing, Drainagelagerung
- Inhalationstechnik schulen
- beobachten: AF, SpO2, Sputum, Bewusstsein (viel CO2 dämpft das Atemzentrum), Gewicht
- Pneumonieprophylaxe, Rauchentwöhnung unterstützen
Vorbeugung
- nicht rauchen, Schutz vor Schadstoffen
- Impfungen: Pneumokokken, Grippe, COVID-19
Komplikationen
- Exazerbation, respiratorische Insuffizienz, CO2-Narkose
- Pneumonie, Atemwegsinfekte
- pulmonale Hypertonie, Cor pulmonale
Ergänzt aus Leitlinien
- Leitsymptome Belastungsdyspnoe ± Husten ± Auswurf; Hauptursache Tabakrauch (auch passiv); Spirometrie ist Pflicht (FEV1/FVC nach Bronchodilatation < LLN, nachrangig < 70 %); Exazerbation = akute, ≥ 2 Tage anhaltende
- Verschlechterung (Quelle: NVL COPD, 2. Aufl. 2021)
- Rauchstopp, Training, Schulung und Rehabilitation sind zentrale Maßnahmen. LAMA/LABA bilden die medikamentöse Basis; ICS gegebenenfalls als zusätzliche Dauertherapie bei fortbestehenden Exazerbationen nach ärztlicher Prüfung. Langzeit-Sauerstoff bei pO2 ≤ 55 mmHg in Ruhe nach ärztlicher Indikationsstellung. (Quelle: NVL COPD 2. Auflage 2021)
- Proteasen zerstören Lungengewebe → Emphysem, Überblähung, später Hypoxie, Hyperkapnie, Cor pulmonale;
- Spätzeichen Fassthorax, Zyanose, Gewichtsverlust; Begleiterkrankungen z. B. Osteoporose, Depression, KHK, Lungenkrebs (Quelle: MSD Manual COPD 01/2026)
- O2 bei Hyperkapnie-Risiko erst ab SpO2 < 88 %, Ziel 88–92 % (Quelle: S3-LL Sauerstoff, DGP 2021)
- Exazerbation: kurzwirksame Bronchodilatatoren, systemische Kortikosteroide, Antibiotika bei Zeichen bakterieller Infektion, NIV bei Hyperkapnie (Quelle: MSD Manual COPD 2026)
- Pneumokokken-Impfung als Indikationsimpfung bei chronischen Lungenkrankheiten und für alle ab 60; Grippe und COVID-19 bei chronischer Lungenkrankheit in jedem Alter, sonst ab 60 (Quelle: STIKO/RKI 2026; gesund.bund.de)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: NVL COPD, 2. Auflage (2021); MSD Manual COPD (01/2026); S3-LL Sauerstoff in der Akuttherapie (DGP 2021); RKI/STIKO Pneumokokken-Impfung (01/2026); gesund.bund.de Lungenentzündung (02/2026); ergänzende Korrekturquellen: NVL COPD 2. Auflage 2021. Korrigierte Abschnitte abgerufen am 30.09.2026. Stand 30.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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