Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Clostridioides-difficile-Infektion (CDI)
Infektionen und Hygiene · Clostridioides difficile, C. difficile, antibiotikaassoziierte Diarrhö, pseudomembranöse Kolitis
Lernmaterial, keine Handlungsanweisung. Für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten gelten ärztliche Anordnungen, aktuelle Leitlinien und die Standards der Einrichtung. Im Notfall: 112.
Definition
Eine Clostridioides-difficile-Infektion (CDI) ist eine durch toxinbildende C.-difficile-Stämme verursachte Darmerkrankung. Sie tritt besonders nach Störungen der normalen Darmflora, häufig im Zusammenhang mit einer Antibiotikatherapie, auf.
Was im Körper passiert
C. difficile kann widerstandsfähige Sporen bilden. Vermehrt sich der Erreger im Darm, können seine Toxine Darmzellen schädigen und Entzündung, Durchfall und Kolitis auslösen.
Ursachen und Risikofaktoren
- Antibiotikatherapie als wichtiger Risikofaktor durch Veränderung der Darmflora
- höheres Alter, schwere Grunderkrankungen und längere Aufenthalte in medizinischen Einrichtungen können das Risiko erhöhen
- Sporen können über Hände, Gegenstände und die Umgebung übertragen werden.
Symptome
- neu auftretende wässrige Diarrhö
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Fieber und reduzierter Allgemeinzustand bei schwererem Verlauf
- schwere Kolitis kann zu ausgeprägter systemischer Erkrankung führen
Therapie
- Die Notwendigkeit einer auslösenden Antibiotikatherapie wird ärztlich überprüft.
- Die spezifische Behandlung erfolgt mit dafür vorgesehenen antimikrobiellen Medikamenten nach aktueller Empfehlung.
- Bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen kommen weitere spezialisierte Verfahren infrage.
Pflege
- Kontakt- und Hygienemaßnahmen der Einrichtung konsequent umsetzen.
- Handschuhe und Schutzkleidung situationsgerecht verwenden; Händehygiene nach lokalem Hygieneplan durchführen.
- Umgebung und patientennahe Flächen mit für Sporen geeigneten Verfahren aufbereiten.
- Stuhlfrequenz, Flüssigkeitsverlust, Kreislauf und Allgemeinzustand beobachten und dokumentieren.
- Toiletten- und Pflegehilfsmittel möglichst patientenbezogen verwenden.
Vorbeugung
- rationaler Antibiotikaeinsatz reduziert einen zentralen Risikofaktor
- konsequente Basishygiene und situationsgerechte Isolationsmaßnahmen
- sporenwirksame Aufbereitung nach Hygieneplan
Komplikationen
- Dehydratation und Elektrolytstörungen
- schwere Kolitis bis hin zu toxischem Megakolon
- Rezidive nach zunächst erfolgreicher Behandlung
- Sepsis und Organversagen bei schweren Verläufen
Prüfungsfokus und Ergänzungen
- Prüfungsfokus: C. difficile bildet widerstandsfähige Sporen. Deshalb reicht es nicht, nur an Medikamente zu denken – Pflege, Isolation und Umgebungsaufbereitung sind zentrale Bestandteile des Infektionsmanagements.
Quellen: Robert Koch-Institut – RKI-Ratgeber Clostridioides (früher Clostridium) difficile, Stand 22.01.2025. Abgerufen am 01.10.2026. Stand 01.10.2026.
In der App lernenVollversion ansehen