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Cholesteatom
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Gutartige Ansammlung von verhornendem Plattenepithel (hautähnlichem Gewebe) im Mittelohr mit chronisch-eitriger Entzündung. Sie greift auf Gehörknöchelchen und Felsenbein über und zerstört den Knochen.
Was im Körper passiert
Besteht längere Zeit ein Loch im Trommelfell (etwa durch eine chronische Otitis media), wandert Plattenepithel vom Gehörgang ins Mittelohr ein. Auch eine Einziehung des Trommelfells (Retraktionstasche) bei dauerndem Unterdruck durch eine gestörte Ohrtrompete kann der Anfang sein. Hornmaterial sammelt sich an und unterhält eine chronische Entzündung. Das Cholesteatom bildet Enzyme (z. B. Kollagenasen), die den angrenzenden Knochen abbauen – betroffen sind v. a. die Gehörknöchelchen, im fortgeschrittenen Stadium auch Innenohr, Gesichtsnerv und Schädelinneres.
Ursachen und Risikofaktoren
- erworben: lange bestehender Trommelfelldefekt (chronische Otitis media) → Plattenepithel wächst ein;
- Retraktionstasche bei gestörter Ohrtrompete
- angeboren: entsteht hinter einem intakten Trommelfell
Symptome
- übelriechender, anhaltender Ohrausfluss, der auf Behandlung oft nicht ganz abklingt
- zunehmende Schwerhörigkeit (meist Schallleitung) → Gehörknöchelchen werden zerstört
- Druckgefühl im Ohr
- möglich: Ohrenschmerzen, Fieber, Schwindel
Therapie
- nur operativ: entzündlich verändertes Gewebe mit dem Cholesteatom entfernen (Tympanoplastik, ggf. Mastoidektomie) falls nötig Gehörknöchelchenkette wiederherstellen und Trommelfell verschließen
- häufig zweite Operation nach 6–12 Monaten (Kontrolle auf Reste/Rückfall, dann Rekonstruktion)
- Antibiotika bei Infektion; Ohr trocken halten
Pflege
- direkt nach OP auf Zeichen einer Fazialislähmung achten → Arzt informieren; schließt das Lid nicht ganz, die Hornhaut vor dem Austrocknen schützen
- bei Fieber entsprechende Pflege; perioperative Pflege
- Schwindel: Sturzprophylaxe; Gleichgewichtstraining (Physiotherapie), vermehrte Mobilisation
- beraten: bei Schwindel oder Gleichgewichtsstörung Arzt aufsuchen; kein Wasser ins Ohr; regelmäßige HNO-Kontrollen zur Früherkennung eines Rückfalls
Vorbeugung
- Trommelfelldefekt bei chronischer Otitis media nach Abklingen der Entzündung ggf. operativ verschließen lassen
- regelmäßige HNO-Kontrollen
Komplikationen
- Zerstörung der Gehörknöchelchen → Schwerhörigkeit
- Innenohrentzündung (Labyrinthitis) → Schwindel, Innenohrschwerhörigkeit
- Gesichtslähmung (Fazialisparese), auch als OP-Folge
- Hirnabszess
- Rückfall (etwa 10–40 %)
Ergänzt aus Leitlinien
- Wesen: gutartige Ansammlung von verhornendem Plattenepithel („weißes, hautähnliches Material“); Enzyme wie Kollagenasen bauen Knochen ab (Quelle: MSD Manual Cholesteatoma, Fachversion; MSD Manual Chronisch eiternde Mittelohrentzündung)
- Formen: angeboren hinter intaktem Trommelfell; erworben über Einziehungstasche bei gestörter
- Ohrtrompete oder über Trommelfellloch (Quelle: MSD Manual Cholesteatoma)
- Symptome und Befund: Hörverlust meist Schallleitung, später auch Innenohr; möglich Schmerzen, Fieber, Schwindel; Ausfluss klingt auf Behandlung oft nicht ganz ab; in der Ohrspiegelung weiße Schuppen oder Einziehungstasche (Quelle: MSD Manual)
- Komplikationen: Innenohrentzündung, Gesichtslähmung, Hirnabszess (Quelle: MSD Manual Chronisch eiternde Mittelohrentzündung)
- Therapie und Nachsorge: Tympanoplastik, ggf. Mastoidektomie; Rückfälle etwa 10–40 % → häufig zweite Operation
- nach 6–12 Monaten, diffusionsgewichtete MRT, jährliche Kontrollen mindestens 5 Jahre (Quelle: MSD Manual Cholesteatoma)
- Ohr trocken halten, Antibiotika bei Infektion (Quelle: MSD Manual)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: MSD Manual Cholesteatoma (Fachversion, engl.); MSD Manual Chronisch eiternde Mittelohrentzündung (Patientenversion 2024). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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