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Asthma bronchiale
Asthma; allergisches und nicht allergisches Asthma
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit überempfindlichen Bronchien (bronchiale Hyperreagibilität). Typisch sind anfallsartige, wechselnd starke Beschwerden durch eine meist rückbildungsfähige Atemwegsverengung.
Was im Körper passiert
Die Bronchialschleimhaut ist dauerhaft entzündet und reagiert überempfindlich. Bei einem Auslöser verkrampft sich die Bronchialmuskulatur, die Schleimhaut schwillt an und bildet zähen Schleim. Die Atemwege werden eng, vor allem das Ausatmen fällt schwer → Pfeifen beim Ausatmen, Atemnot, Angst. Hält der Anfall an, sinkt der Sauerstoff, CO2 steigt, die Atemmuskeln erschöpfen.
Ursachen und Risikofaktoren
- allergisch: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Nahrungsbestandteile (Atopie)
- nicht allergisch: Atemwegsinfekte, Anstrengung, kalte Luft, Stress, Reizstoffe, Tabakrauch
- Medikamente: ASS/NSAR (Analgetika-Asthma) → hemmen das bronchienerweiternde Prostaglandin
Symptome
- anfallsartige Atemnot, oft nachts → Bronchien eng
- Giemen, Pfeifen, exspiratorischer Stridor → Luft muss durch enge Bronchien hinaus
- Engegefühl in der Brust, Husten, zäh-glasiger Auswurf → Schleim
- Angst, Unruhe, aufrechte Haltung, um besser Luft zu bekommen
- Warnzeichen schwerer Anfall: Sprechen kaum möglich, „stille Lunge“, Zyanose, Erschöpfung, Bewusstseinsstörung
Therapie
- Sofortmaßnahmen im Anfall: beruhigen, aufrecht/Kutschersitz (Kinder auch Torwartstellung), Lippenbremse, enge
- Kleidung öffnen, Arzt; rasch wirksames Beta-2-Sympathomimetikum inhalieren (z. B. Salbutamol); schwerer Anfall:
- Kortison systemisch, O2 nach Sättigung
- Dauertherapie in Stufen: inhalatives Kortison (entzündungshemmend) als wichtigstes Dauermedikament +
- Bedarfsspray; bei allergischem Asthma ggf. Antikörper (z. B. Omalizumab)
- Auslöser meiden, Rauchstopp
Pflege
- Inhalationstechnik anleiten und prüfen (Dosieraerosol mit Spacer, Pulverinhalator)
- nach Kortison-Inhalation Mund spülen, Zähne putzen oder trinken → gegen Mundsoor und Heiserkeit
- Asthmaschulung, Aktionsplan, Peak-Flow-Tagebuch
- Atemtechniken: Lippenbremse, atemerleichternde Positionen
- beobachten: AF, SpO2, Puls, Atemgeräusch, Sprechfähigkeit
- keine ASS/NSAR bei Analgetika-Asthma
Vorbeugung
- Auslöser meiden, rauchfreie Umgebung
- Grippe- und Pneumokokkenimpfung
- regelmäßige Dauertherapie
Komplikationen
- lebensbedrohlicher Anfall → Erschöpfung, Atemstillstand
- Übersäuerung, CO2-Narkose, Organschäden durch Sauerstoffmangel
- Umbau der Atemwege (Remodeling) bei dauerhafter Entzündung
Ergänzt aus Leitlinien
- Definition: heterogene Erkrankung mit chronischer Atemwegsentzündung, zeitlich variierenden Symptomen und bronchialer Hyperreagibilität (Quelle: NVL Asthma, Version 5, 2024)
- Diagnose: Spirometrie; FEV1-Anstieg > 12 % bzw. > 200 ml nach Bronchienerweiterer macht Asthma wahrscheinlich;
- FeNO > 50 ppb spricht bei passender Anamnese stark dafür (Quelle: NVL Asthma 2024)
- Inhalatives Kortison ist das wichtigste Dauermedikament; nach dem Inhalieren Mund spülen, Zähne putzen oder trinken gegen Pilzbefall und Heiserkeit (Quelle: NVL-Patientenblatt Kortison-Spray 2024)
- Lebensbedrohlicher Anfall: eingeschränktes Sprechen, „stille Lunge“, Zyanose, Bewusstseinsstörung, SpO2 < 90 %;
- dauerhafte Entzündung baut die Atemwege um (Remodeling) (Quelle: MSD Manual Asthma 02/2026)
- Exazerbation: kurzwirksame Beta-2-Agonisten, systemische Glukokortikoide, ggf. Ipratropium; O2-Ziel 92–96 % (Quelle: MSD Manual 2026; S3-LL Sauerstoff, DGP 2021)
- Grippe- und Pneumokokkenimpfung empfohlen (Quelle: gesund.bund.de Asthma)
- 3 Merksätze
- 1. Asthma = entzündete, überempfindliche Bronchien: Krampf, Schwellung, zäher Schleim.
- 2. Im Anfall: Salbutamol, Lippenbremse, Kutschersitz – „stille Lunge“ ist höchste Gefahr.
- 3. Inhalatives Kortison ist die Basis der Dauertherapie – danach Mund spülen.
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: NVL Asthma, Version 5 (2024); NVL-Patientenblätter Asthma (2023/2024); MSD Manual Asthma (02/2026); S3-LL Sauerstoff in der Akuttherapie (DGP 2021); gesund.bund.de Asthma (2022). Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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