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Allergisches Kontaktekzem
allergische Kontaktdermatitis; Allergie vom Spättyp (Typ IV)
Wichtiger Hinweis. Nurmedizinius ist Lernmaterial zur Vorbereitung auf Unterricht und Prüfungen in der Pflegeausbildung. Die Inhalte sind keine Handlungsanweisung für die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten und ersetzen weder ärztliche Anordnungen noch die Standards deiner Einrichtung. Im Notfall: Notruf 112.
Definition
Entzündung der Haut durch eine allergische Spätreaktion (Typ IV), wenn die Haut erneut mit einem Stoff in Kontakt kommt, gegen den der Körper sensibilisiert ist. Sonderform: photoallergische Reaktion (Allergie auf den Stoff erst nach starker Sonneneinstrahlung).
Was im Körper passiert
Allergie heißt: Das Immunsystem reagiert überschießend auf einen eigentlich harmlosen Stoff (Allergen). Beim ersten Kontakt merkt es sich den Stoff: Es bilden sich Gedächtnis-T-Zellen (Sensibilisierung), Beschwerden gibt es noch keine. Bei erneutem Kontakt setzen diese T-Zellen Botenstoffe (Zytokine) frei. Die Zytokine lösen eine örtliche Entzündung aus und machen die Gefäßwände durchlässig. Das braucht Zeit: Beschwerden kommen erst nach Stunden bis Tagen.
Ursachen und Risikofaktoren
- häufig: Metalle (z. B. Nickel), Kosmetika, Kontaktstoffe im Beruf
- auch: Kleidung, Medikamente
- häufigste Allergene s. „Ergänzt“
Symptome
- nach ca. 24–48 h Rötung und Schwellung mit Bläschen → Entzündung, Flüssigkeit tritt aus durchlässigen Gefäßen
- starker Juckreiz
- kann auf Hautstellen streuen, die das Allergen nie berührt haben bei längerem Kontakt chronisch: Lichenifikation (vergröberte Haut), Schuppung
Therapie
- Auslöser meiden (wichtigste Maßnahme)
- ggf. kurzfristig lokal Kortison
- gute Hautpflege
Pflege
- Auslöser mit herausfinden: Was hatte Kontakt mit der Haut, wann begannen die Beschwerden?
- zur Allergenkarenz beraten; bei Allergen im Beruf ist evtl. eine Umschulung nötig
- Kortison nur kurz und nach Anordnung, Haut regelmäßig pflegen
Vorbeugung
- bekannte Allergene konsequent meiden
Komplikationen
- Streuung auf andere Hautstellen
- chronisches Kontaktekzem mit Lichenifikation
Ergänzt aus Leitlinien
- Sensibilisierung dauert bei starken Allergenen 6–10 Tage, bei schwachen Jahre; Ekzem meist ≥ 1 Tag nach Kontakt, nimmt über 2–3 Tage zu (Quelle: MSD Manual Profi, Kontaktekzem 2025)
- Häufige Allergene: Nickel (am häufigsten), Duftstoffe, Konservierungsmittel, Gummiinhaltsstoffe (z. B. Thiurame), Chrom (Quelle: MSD Manual 2025; Deutsche Kontaktallergie-Gruppe 2023)
- Kontaktallergie bleibt meist lebenslang und lässt sich nicht wegbehandeln → Allergenmeidung steht an erster Stelle (Quelle: Deutsche Kontaktallergie-Gruppe 2023; MSD Manual 2025)
- Epikutantest: Pflaster 48 h auf dem Rücken, Ablesung auch nach 72–96 h, bei manchen Stoffen bis 7 Tage; nimmt die Reaktion zu (Crescendo), spricht das für eine Allergie (Quelle: MSD Manual 2025)
- Abheilung kann bis 3 Wochen nach Ende des Kontakts dauern; bei starker Blasenbildung oder ausgedehntem Befall
- systemische Glukokortikoide für 7–14 Tage (Quelle: MSD Manual 2025)
Angaben zu Arzneimitteln und Dosierungen stehen hier bewusst nicht; sie richten sich immer nach ärztlicher Anordnung.
Quellen: Abgeglichen mit: MSD Manual Profi-Ausgabe: Kontaktekzem, 2025; Deutsche Kontaktallergie-Gruppe (DKG): Wissenswertes zur Kontaktallergie, 2023; MSD Manual Profi-Ausgabe: Übersicht der allergischen und atopischen Erkrankungen, 2024. Stand 27.09.2026. Fachlicher Stand: 09/2026.
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