Nurmedizinius · Krankheitsbilder
Akutes Nierenversagen (akute Nierenschädigung)
Niere, Harnwege und Flüssigkeit · akute Nierenschädigung, AKI, akute Niereninsuffizienz
Definition
Bei einer akuten Nierenschädigung nimmt die Nierenfunktion innerhalb kurzer Zeit deutlich ab. Abbauprodukte, Flüssigkeit und Elektrolyte können sich im Körper ansammeln. Schwere Verläufe sind lebensbedrohlich, können sich bei rechtzeitiger Behandlung aber wieder erholen.
Was im Körper passiert
Die Nieren filtern Blut, regulieren Wasser und Elektrolyte und bilden Urin. Sinkt ihre Funktion plötzlich, kann die Ausscheidung abnehmen; Kreatinin und Stoffwechselprodukte steigen an. Besonders gefährlich sind Überwässerung und Elektrolytstörungen wie eine Hyperkaliämie.
Ursachen und Risikofaktoren
- Prärenal: zu geringe Nierendurchblutung, etwa bei Blut- oder Flüssigkeitsverlust und Kreislaufproblemen.
- Intrarenal: Schädigung des Nierengewebes, zum Beispiel durch Entzündungen, länger anhaltende Minderdurchblutung oder nephrotoxische Stoffe.
- Postrenal: Abflussbehinderung der Harnwege, etwa durch Steine oder andere Obstruktionen.
Symptome
- verminderte Urinmenge, wobei eine AKI auch ohne ausgeprägte Oligurie vorkommen kann
- Ödeme und Gewichtszunahme bei Flüssigkeitsretention
- Müdigkeit, Übelkeit, Verwirrtheit bei fortgeschrittener Urämie
- Atemnot bei Lungenödem
- Herzrhythmusstörungen bei schweren Elektrolytverschiebungen
Diagnostik
- Urinmenge und zeitlicher Verlauf
- Kreatinin und Elektrolyte im Blut
- Urinuntersuchung je nach Verdacht
- Ultraschall, besonders zum Ausschluss einer Abflussstörung
- Ursachensuche anhand von Kreislauf, Medikamenten und Begleiterkrankungen
Therapie
- Ursache behandeln und Flüssigkeitshaushalt sorgfältig steuern.
- Nierenschädigende Medikamente werden ärztlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.
- Eine Harnabflussstörung muss beseitigt werden.
- Bei schweren Komplikationen oder anhaltender Funktionsstörung kann eine Nierenersatztherapie notwendig sein.
Pflege
- Ein- und Ausfuhr, Urinmenge, Gewicht, Ödeme und Atemsituation nach Vorgabe erfassen.
- Vitalzeichen und Bewusstseinslage beobachten; Veränderungen zeitnah weitergeben.
- Laborverläufe wie Kalium und Kreatinin im Team beachten.
- Flüssigkeitszufuhr nicht pauschal steigern oder einschränken, sondern nach individueller ärztlicher Vorgabe umsetzen.
- Medikamente sicher nach Anordnung geben und auf dosisrelevante Nierenfunktion achten.
Komplikationen
- Hyperkaliämie mit Herzrhythmusstörungen
- Lungenödem und schwere Überwässerung
- Urämie mit neurologischen Symptomen
- dauerhafte Nierenfunktionsstörung
Prüfungsfokus
- Prüfungsfokus: Weniger Urin plus Gewichtszunahme und Atemnot als zusammenhängendes Warnmuster erkennen.
- Pflegepriorität: Nicht eigenständig „viel trinken lassen“ – der passende Flüssigkeitsplan hängt von Ursache und aktuellem Volumenstatus ab.
Quelle und Stand
Quellen: gesund.bund.de – Akutes Nierenversagen, abgerufen am 01.10.2026; dort in Zusammenarbeit mit dem IQWiG. Stand 01.10.2026.
Lernmaterial zur Prüfungsvorbereitung. Keine individuelle Diagnose oder Handlungsanweisung am Patienten.
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